Freitag, 24. Juli 2026

Erfolg im Wettbewerb: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg für neue Forschungskollegs ausgewählt

Freuen sich über die Förderung neuer Forschungskollegs an der H-BRS: Professor Oliver Ruf, Professorin Margit Schulze, Professor Marc Williams. Foto (Collage): H-BRS 

Erfolg im Wettbewerb: Hochschule Bonn-Rhein-Sieg für neue Forschungskollegs ausgewählt


Das Promotionskolleg für angewandte Forschung in Nordrhein-Westfalen (PK NRW) fördert drei neue Forschungskollegs. An gleich zwei dieser Verbundvorhaben ist die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) maßgeblich beteiligt. Bei dem Vorhaben REFORM steht die industrielle Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe im Mittelpunkt. In dem Projekt „Anfassen/Aushandeln“ geht um die Frage, wie vor allem junge Menschen digitale Technik wie etwa Smartphones besser verstehen und kritisch reflektieren können. REFORM startet im September 2026, „Anfassen/Aushandeln“ im Januar 2027.

„Dass die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg an zwei der insgesamt drei bewilligten Forschungskollegs beteiligt ist, unterstreicht eindrucksvoll die Forschungsstärke unserer Hochschule“, sagt Hochschulpräsidentin Marion Halfmann. „Die Entscheidung des Promotionskollegs NRW bestätigt unsere wachsende Bedeutung als forschungsstarke Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Zugleich eröffnet sie hervorragende Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs und für den Transfer innovativer Forschung in Gesellschaft und Wirtschaft.“

Mit den beiden Forschungskollegs deckt die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zwei zukunftsweisende Themenfelder ab: nachhaltige Bioökonomie sowie digitale Souveränität. Das Forschungskolleg REFORM untersucht, wie lignocellulosehaltige Biomasse – etwa Holz- oder Pflanzenreste – energieeffizienter und ressourcenschonender zu Chemikalien und Treibstoffen verarbeitet werden kann. Ziel ist es, strukturelle Barrieren in bestehenden Bioraffinerieprozessen zu überwinden und neue, datengetriebene Verfahren für eine nachhaltige stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln. Die Erkenntnisse sollen langfristig in industrielle Bioraffinerien einfließen und die Bioökonomie stärken.

Von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg bringen Professorin Margit Schulze und Professor Marc Williams ihre Expertise in das Kolleg ein. An der H-BRS haben sie eine Schwerpunktprofessur zu Technischer Nachhaltigkeit am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften. Gemeinsam mit Partnern der FH Aachen, der Hochschule Niederrhein sowie Industrieunternehmen arbeiten sie an innovativen Verfahren für eine ressourceneffiziente chemische Industrie.

Das Forschungskolleg „Anfassen/Aushandeln“ widmet sich der Frage, wie Menschen digitale Technologien nicht nur nutzen, sondern deren Funktionsweisen verstehen, kritisch reflektieren und aktiv mitgestalten können. Im Mittelpunkt steht das Konzept der digitalen Souveränität – also die Fähigkeit, digitale Medien informiert und selbstbestimmt einzusetzen. Das interdisziplinäre Kolleg verbindet Medienästhetik, Interaktionsdesign, Human-Computer Interaction und Medienpädagogik. Ein besonderer Fokus liegt auf Kindern und Jugendlichen, für die neue Ansätze zur Förderung digitaler Mündigkeit entwickelt werden sollen.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg übernimmt dabei eine zentrale Rolle: Professor Oliver Ruf, Forschungsprofessor für Medienästhetik am Institut für Medienentwicklung und -analyse (IMEA), gehört zum vierköpfigen Antragstellerteam und ist gemeinsam mit der TH Köln an der wissenschaftlichen Leitung beteiligt. Er verantwortet unter anderem ein Teilprojekt zur Medienästhetik digitaler Souveränität und betreut gemeinsam mit der TH Köln Promotionsvorhaben innerhalb des Kollegs.

Die Entscheidung des Promotionskollegs NRW fiel nach einem wissenschaftlichen Begutachtungsverfahren und einer Präsentation der Anträge vor einer unabhängigen Jury. Insgesamt wurden drei Forschungskollegs zur Förderung ausgewählt. Mit den PK-Forschungskollegs baut das Promotionskolleg seine Förderstrukturen gezielt weiter aus. Bis 2035 sollen insgesamt acht Forschungskollegs eingerichtet werden, um exzellente Promotionen und Forschung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) nachhaltig zu stärken. PK-Forschungskollegs sind zeitlich befristete Forschungsgruppen, in denen besonders forschungsstarke Professorinnen und Professoren gemeinsam mit Doktorandinnen und Doktoranden themenbezogen über vier Jahre intensiv zusammenarbeiten, um Lösungen für gesellschaftlich relevante Fragestellungen zu finden.
Freuen sich über die Förderung neuer Forschungskollegs an der H-BRS: Professor Oliver Ruf, Professorin Margit Schulze, Professor Marc Williams. Foto (Collage): H-BRS