Montag, 19. Juni 2023

„Laut oder deutlich!“: Lachen in der Grundschulsauna

Es war wieder eine tolles „Laut oder deutlich!“. Alle Vorlesekinder bekamen Urkunden und Buchpreise. - Fotos Ursula Peters

Platz 1 für Zora von der GGS mit Gunnel Lindes Kinderbuch „Mit Jasper im Gepäck“

Louisa von der KGS Merzbach las aus dem „Sams“ und kam auf Platz 2.

Die ehemalige Teilnehmerin Maya Tochiya bewies außerordentliches Gesangstalent.

Hanna von der KGS St. Martin belegte mit „Mami Fee & ich“ den 3. Platz

Das Moderatoren-Duo, bestehend aus Melanie Kriegel und Gerd Engel, hatte gut lachen: Kulturamtsleiter Thomas Spitz war ebenso Mitglied der Jury wie Melanie Korber (kunterbunt), Janina Glöden (Buchhandlung Kayser) und Landstürmer Heiko Hecking.

Teil 2 der Jury: Victoria Schaay (17), Maja Niebes (15) und Katja Krancke (19) hatten die Kinder mitgecoacht, Rampenwutz-Frontfrau Christina Stephan kümmerte sich um das Warm-up vor der Veranstaltung.

Auch in den Bühnengesprächen wurde viel gelacht.

„Laut oder deutlich!“: Lachen in der Grundschulsauna


Ein Zwergpony im Hotelzimmer, eine Vermieterin auf dem Schrank und ein Pool voll mit Vanilleeis (und Schokostückchen ...). Bei der achten Ausgabe des Vorlesewettbewerbs „Laut oder deutlich!“ lasen zwölf Kinder aus den vierten Schuljahren der fünf Rheinbacher Grundschulen hinreißend um die Wette und machten dem Publikum in der vollbesetzten Aula der GGS Sürster Weg Appetit auf ihre Bücher. Es wurde viel geschmunzelt und gelacht. Den 1. Platz belegte Zora Streuff von der GGS.

25% aller Grundschulkinder in Deutschland verlassen laut der kürzlich veröffentlichen IGLU-Studie die Grundschule ohne hinreichende Fähigkeiten im Lesen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim diesjährigen „Laut oder deutlich!“ gehören gewiss nicht dazu. „Schon bei den Coachings fiel uns auf, dass wir wieder ein starkes Teilnehmerfeld hatten. Die Kinder nahmen bereitwillig Impulse auf und konnten sich bis zum Veranstaltungstag stetig verbessern“, konstatierte Melanie Kriegel vom Verein Rheinbach Liest, der den Wettbewerb durchführte. „Wir haben die Hoffnung“, ergänzte Teammitglied Gerd Engel, „dass die Kinder aus den Coachings und der Publikumspräsentation etwas für ihren weiteren Lebensweg mitnehmen, das nicht ausschließlich mit dem Lesen zu tun hat: Selbstvertrauen und Mut!“

Amelie Gördes von der Wormersdorfer Grundschule an der Tomburg setzte mit einem Ausschnitt  „Ziemlich beste Schwester – So ein Affentheater“ gleich die Messlatte hoch. Komödiantisch ging es auch bei Eva Schwarz („T wie Tessa“) und Florian Rohms „Flüsterwald“-Lesung zu. Nun wissen alle: Mäuse sprechen schon mal mit französischem Akzent und sprechende Biber stehen auf Schokolade. Hanna Jung von der KGS St. Martin ließ in ihrer Lesung vor dem (inneren) Auge der Zuhörenden sogar einen Pool gefüllt mit Vanilleeis und Schokostückchen entstehen. Das kam auch bei der Jury in der ordentlich warmen GGS-Aula so gut an, dass sie Hanna auf den 3. Platz hievten.

Bei Johanna Crump von der KGS Flerzheim musste ihre Heldin Lucy verzweifelt nach einer Bombe suchen (Lucy Longfinger Bd. II). Die Viertklässlerin zeigte beeindruckend, wie man mit geschickter Pausensetzung für Spannung sorgt. Hannah Fazius (KGS St. Martin) hatte den Klassiker „Matilda“ von Roald Dahl mitgebracht. Mit gut dosierter Emphase ließ sie die hochbegabte, aber von ihren Eltern vernachlässigte 4-jährige Bücherfreundin auf die staunend-gerührte Bibliothekarin Miss Phelps treffen. Ein beeindruckendes Plädoyer für das Büchereiwesen – und für gutes Vorlesen!

Die Bibliotheksarbeit in Rheinbach zu unterstützen, ist auch immer wieder das Anliegen von Rheinbach Liest. Und so sammelte man in der Pause am Mitbring-Buffet Spenden für die Schulbücherei der gastgebenden GGS. In der zweiten Halbzeit eröffnete Jule Kaiser (GGS) mit Tobias Goldfarbs „Fonk – Geheimagent aus dem All. Applaus und Gelächter waren Jules Lohn. Das galt auch für die beiden folgenden Lesungen aus Paul Maars „Eine Woche voller Samstage“. Marc von Rechenberg (GGS) und Louisa Dissemond (KGS Merzbach) hatten unabhängig voneinander zwei benachbarte Lesestellen ausgesucht, in denen der ängstliche Herr Taschenbier das Sams und seine Fähigkeiten kennenlernt und das Publikum unter anderem mit der stimmlichen Gestaltung des singenden und reimenden Rotschopfs beeindruckt. Louisa landete mit ihrem Beitrag am Ende sogar auf dem 2. Platz.

Niklas Poétes (KGS an der Tomburg) las aus seiner Klassenlektüre „Der Krokodildieb“. Juror Heiko Hecking lobte anschließend die lakonische Ruhe des Vorlesenden: „Die beiden Hauptfiguren habe ich dir genau deswegen total abgekauft!“ Die elfte Teilnehmerin Rosa Böhmer (KGS Merzbach) setzte mit ihrem Beitrag aus „Snöfrid aus dem Wiesental“ ein weiteres Glanzlicht. Nicht nur das Moderationsduo, Melanie Kriegel und Gerd Engel, konnte sich, trotz der aus den Coachings bereits bekannten Schlusspointe, nicht zurückhalten beim Lachen. Das unterblieb auch nicht als Zora Streuff (GGS) von den verzweifelten Versuchen der Geschwister Annelie und Nicklas las, das im Hotelschrank versteckte Zwergpony Jasper vor ihrer Tante Tinne zu verstecken („Mit Jasper im Gepäck“): Brillanter Dialogwitz und so gut vorgelesen, dass die 8-köpfige Jury die überglückliche Zora als Siegerin kürte.

Vor der Entscheidung präsentierte Zoras Vorgängerin auf dem Vorlesethron, Leni Beer, eine packende Stelle aus dem fünften Band von „Die Tierwandler“. Das Neumitglied bei Rheinbach liest e.V. überreichte anschließend im Namen ihres Vereins der Schulbücherei ihrer ehemaligen Grundschule die ersten 5 Bände der Serie.
Bei der Betrachtung der rundum gelungenen Veranstaltung dürfen neben der illustren und warmherzigen Jury, auch die beiden Liedbeiträge der 15-jährigen Maya Tochiya nicht unerwähnt bleiben. Das Gesangstalent hatte vor 5 Jahren am selben Ort an dem Wettbewerb teilgenommen und verzauberte nun das Publikum mit ihrer facettenreichen Stimme. Die zwölf stolzen Vorlesekinder standen nach zwei Stunden schweißtreibender „Arbeit“, beladen mit Urkunden, Preisbüchern und Buchgutscheinen (für die drei Erstplatzierten) noch am „Eiswerk“-Wagen an. Eiswerk-Familie Nolden hatte alle Kinder eingeladen. „Das könnte von uns aus glatt Tradition werden“, meinten Kriegel und Engel unisono.