Dienstag, 30. August 2022

100 JAHRE SURREALISMUS – DER SURREALISMUS IM RIMBAUD VERLAG


100 JAHRE SURREALISMUS – DER SURREALISMUS IM RIMBAUD VERLAG

Frank Schablewski „Ein Paar aus vier Menschenhälften“


Lesung – Gespräch – Diskussion
14.09.2022, 19.00 Uhr im Glasmuseum Rheinbach, Ratssaal
Eintritt frei

Vor rund hundert Jahren, unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg, entstand der Surrealismus als avantgardistische Bewegung moderner Literatur und Kunst in Frankreich. Der Surrealismus wurde insbesondere durch die Psychoanalyse beeinflusst, insofern er Träume, Visionen, spontane Assoziationen, auch die Hypnose als Ausgangsbasis des künstlerischen Schaffens nutzte. Der Surrealismus sollte in seinen Anfängen keine französische Angelegenheit bleiben, das zeigen beispielsweise die Aktivitäten von Hans Arp, Max Ernst, Meret Oppenheim und Ivan Goll. In Deutschland selbst hat er nach dem zweiten Weltkrieg keine tiefen Wurzeln schlagen können. Weder Max Hölzer, K. O. Götz noch Rudolf Wittkopf mit ihren Zeitschriften «Surrealistische Publikationen» (1950/54), «Meta» (1948-53) und «Profile» (1953-55) noch Dieter Wyss und Dieter Hülsmann sprengten den traditionellen Rahmen. Zwar waren die meisten deutschen Surrealisten der Nachkriegszeit miteinander befreundet oder standen zumindest im Gedankenaustausch, zu einer surrealistischen Gruppenbildung wie in Paris (oder einer vergleichsweise publikumswirksamen «Gruppe 47» in Berlin) kam es aber nicht.

Mit seinem ersten Roman „Ein Paar aus vier Menschenhälften“ führt der Rimbaud-Autor Frank Schablewski die surrealistische Tradition fort. Der Verleger Dr. Bernhard Albers beauftragte ihn mit der Kommentierung von Briefen Max Hölzers. Die vertiefte Auseinandersetzung mit diesem Dichter und Übersetzer, seinem Leben und Werk, schuf einen neuen Stil im Schreiben von Frank Schablewski.

In dieser Veranstaltung wird Bernhard Albers mit dem Autor Frank Schablewski nicht nur dessen Roman vorstellen, sondern auch die oben genannten, deutschsprachigen Autoren des Surrealismus zu Wort kommen lassen und den Surrealismus in der Literatur zum leuchten bringen, um dem Publikum eine Literatur nahe zu bringen, eine aufmüpfige poetische Position, die nicht nur junge Menschen anspricht.

Beschreibung des Romans:

Istanbul ist der Ort einer Liebe, eines tödlichen Verbrechens. Hier lebt ein verheiratetes Paar auf unsicherem Grund, die Stadt selbst ist höchst erdbebengefährdet. Die Stadt und das Meer werden zum großen Sinnbild, als wäre der Schoß der Erde das Ziel der Geliebten. Der Mord des Mannes an seiner Frau führt die Triebhaftigkeit wie Schamlosigkeit einer Gesellschaft wie ihrer Justiz in all ihrer Gewalt und Schönheit vor Augen, als wäre die Natur eine wahnsinnige Welt.
Der zuständige Richter wird den Ehemann freisprechen. Eine innere Wirklichkeit schiebt sich zwischen die äußere. Der Gegensatz zwischen Wasser und Stadt, Meerenge und Landzunge prägt nicht nur den Charakter der Stadt Istanbul, sondern auch ihrer Einwohner, als wäre der Mensch nichts anderes als ein Element: Feuer, Erde, Wasser, Luft.
Auf dem Grund des Bosporus findet die Ermordete keine Ruhe. Sie wird zu einem Geist, der das Unrecht weiter miterlebt. Niemand weiß, welches Wort das eine ergab, das zur Tat führte.
https://www.rimbaud.de/books/ein-paar-aus-vier-menschenhaelften/

Eine Veranstaltung im Rahmen des Sonderprogramms Aufgeschlagen! des Landes Nordrhein-Westfalen.