„„Et wor widder schön!“ – Wenn de fünfte Johreszick leise Tschö sagt …
Vom Karneval zum Ehrenamt – Freiwilligenzentrum BLICKWECHSEL baut Brücken über die Session hinaus
Und zack: vorbei ist sie wieder, die berühmte fünfte Jahreszeit - für Manche einfach Karneval, für echte Jecke: nur eine von genau zwei Jahreszeiten: Fastelovend - und die Zeit, um darauf zu warten.
Noch weht ein Hauch Konfetti durch die Straßen. Hier und da klebt ein Bonbonpapier trotzig im Rinnstein, als wolle es rufen: „Et es noch nit vorbei!“ In so manchem Wohnzimmer funkelt es weiter – Reste von Glitzer-Schminke, die selbst hartnäckigstem Abschminken trotzt. Kostüme hängen zum Trocknen, Orden klirren ein letztes Mal, bevor sie sorgsam verstaut werden. Und irgendwo summt noch jemand leise: „Ich bin eine Karnevalsmaus …“
Denn Karneval ist mehr als Kamelle und Kappes. Es ist die Zeit, in der es völlig egal ist, wer sich hinter der Clownsmaske verbirgt. Ob jung oder alt, reich oder knapp bei Kasse, mit Doktortitel oder ohne – wenn de Nas rut es, sin mer all gleich. Diese soziale Umkehr, dieses augenzwinkernde Auf-den-Kopf-Stellen der Welt, gehört seit Jahrhunderten zum Brauchtum. Einmal über die Obrigkeit lachen, Missstände karikieren, gesellschaftliche Themen auf die Schippe nehmen – dat es rheinische Seele. Und ja: Wir dürfen das. Frei. Laut. Bunt. Ohne Angst. Das ist keine Selbstverständlichkeit – auch wenn es sich für uns so anfühlt.
Karneval hilft über das Winterloch hinweg. Zwischen Weihnachtsbaum und Frühlingserwachen schenkt er uns Licht, Wärme und dieses unverwechselbare „Spaß an d’r Freud“-Gefühl. Er verbindet Generationen, bewahrt Traditionen, pflegt den Dialekt und feiert den Glauben auf Kölsch. Die Vereine tragen dieses Brauchtum mit Stolz – und mit unermüdlichem Einsatz.
Und genau hier setzte das diesjährige Motto aus Köln an:
„Mer don et för Kölle“ – ein klares Bekenntnis zur Wertschätzung des Ehrenamts.
Denn seien wir ehrlich: Kein Umzug rollt, kein Festzelt steht, kein Dreigestirn zieht ohne die vielen helfenden Hände im Hintergrund. Es sind die Ehrenamtlichen, die planen, organisieren, sichern, begleiten, aufbauen und aufräumen. Die mit Herzblut und Ausdauer dafür sorgen, dass wir alle für ein paar Tage den Alltag vergessen dürfen. Sie tragen das Brauchtum – nicht nur mit Orden auf der Brust, sondern mit Verantwortung im Gepäck.
Und als wäre das nicht Motivation genug, ruft uns das kommende Motto schon jetzt zu:
„Morje es, wat do drus mähs!“ – Morgen ist, was du daraus machst!
Die Frage ist also: Wollen wir warten bis zum 11.11.? Oder fangen wir heute an? Jetzt, wo vielleicht noch ein Hauch Asche auf der Stirn zu sehen ist. Jetzt, wo das letzte Glitterkörnchen auf der Wange an die Leichtigkeit erinnert. Warum nicht genau diesen Schwung mitnehmen?
Denn was im Karneval so selbstverständlich scheint – Gemeinschaft, Solidarität, Mitmachen statt Meckern – das trägt auch durch den Rest des Jahres. Ehrenamt ist kein Kostüm, das man nach Rosenmontag wieder in den Schrank hängt. Es ist Haltung. Es ist Verbindung. Es ist gelebtes „Mir stonn zesamme“.
Das Freiwilligenzentrum BLICKWECHSEL versteht sich dabei als Brückenbauer: durch Information, Beratung und Vermittlung. Zwischen Menschen, die sich engagieren möchten, und Organisationen, die Unterstützung suchen. Zwischen Idee und Umsetzung. Zwischen „Ich würd ja gern …“ und „Ich mach das jetzt einfach.“
Karneval zeigt uns jedes Jahr, wie kraftvoll Gemeinschaft sein kann. Wie bunt, wie laut, wie herzlich. Und vielleicht liegt genau darin der tiefere Sinn dieser närrischen Tage: uns daran zu erinnern, dass wir gemeinsam mehr bewegen können – nicht nur im Februar, sondern das ganze Jahr.
Oder um et mal janz schlicht zu sagen:
Morje es, wat mer drus maache. - Fange mer hück schon aan!
unter der Trägerschaft des Georgsring e.V.
Himmeroder Hof, 53359 Rheinbach
Telefon: 02226-917 210
E-Mail: helfen@blickwechsel-rheinbach.de
Internet: www.blickwechsel-rheinbach.de



















