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| Figurenspieler Stephan Wunsch vom Theater Rosenfisch |
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| KSK Filialdirektor Sebastian Greven als Unterstützer freute sich mit Hausherrin und den Initiatoren von Rheinbach liest e.V über eine gelungene Rheinbach-Premiere |
Tiger und Bär zu Besuch in der Glasstadt: Figurentheater für Rheinbacher Kinder
Auf Einladung von Rheinbach liest e.V. spielt das Aachener Figurentheater „rosenfisch“ im Herbst acht Vorstellungen von Janoschs „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“ für insgesamt rund 800 Kinder im Vor- und Grundschulalter. Eine großzügige Unterstützung der „Stiftung Kreissparkasse – Für uns Pänz“ für den Kulturverein und sein Projekt macht es möglich. Am 7. November um 15:00 Uhr gibt es eine öffentliche Veranstaltung für Kinder von 3 bis 99 Jahren im Jugendzentrum Live St. Martin. Der Vorverkauf in der Rheinbacher Buchhandlung kunterbunt läuft.
Rheinbach liest e.V., der in diesem Jahr sein 15-jähriges Jubiläum feiert, hat sich im Rahmen eines neuen Projekts vorgenommen, regelmäßig gutes Figurentheater für Kinder in und um Rheinbach anzubieten. „Es ist eine spannende Form der Vermittlung von Literatur und Sprache und regt zum Nachahmen an“, erklärt Gerd Engel vom Projektteam. „Zugleich leistet hochwertiges Figurentheater immer auch einen Beitrag zur ästhetischen und ethischen Erziehung.“
In diesem Jahr feiert der bekannte Künstler und Kinderbuchautor Janosch seinen 95. Geburtstag. Der „Erfinder“ des Kleinen Tigers und des Kleinen Bären hat in sechs Geschichten sehr klug und humorvoll über Freundschaft und das Leben geschrieben. Das vielfach ausgezeichnete Figurentheater „rosenfisch“ aus Aachen hat die vierte der Geschichten wunderbar inszeniert und wurde nach der persönlichen Begutachtung der Premiere in Aachen von Rheinbach liest e.V. in die Glasstadt eingeladen. Gutes Figurentheater ist wertvoll, hat aber auch seinen seinen Preis. So etwas können bzw. wollen sich daher oft nur wenige Familien leisten. Durch die Unterstützung der „Stiftung Kreissparkasse – Für uns Pänz“ konnten die Aufführungen als Schulveranstaltungen stark subventioniert und in ihrer Wirkung auf Sprach- und Leseförderung verstärkt werden.
Bereits vor den Sommerferien wurden rund 40 Sammelbände mit Janoschs insgesamt sechs Tiger-und-Bär-Geschichten an die Rheinbacher Grundschulen und Kitas verschenkt. „Durch den Vorleseimpuls sollten die Kinder den Figurenkosmos und vielleicht sogar die spezielle Geschichte schon kennenlernen dürfen“, erläutert Elke Dietrich-Rein aus dem Projekt-Team.
Am Starttag kamen Kinder der KGS St. Martin, der Grundschule Flerzheim sowie Vorschulkinder der Kitas Lurheck, Sankt Helena, Am Stadtpark und des Naturkindergartens zu den ersten beiden Aufführungen in die zentral gelegene Aula der GGS Sürster Weg und warteten gespannt auf die gespielte Geschichte „Ich mach dich gesund, sagte der Bär“. Der kleine Tiger möchte krank sein und sich von seinem Freund, dem kleinen Bären verwöhnen und pflegen lassen. Dazu gehören ein Verband, eine Suppe, lieber Besuch und am Ende sogar ein aufregender Krankenhausaufenthalt. Das alles ist auf einer Ebene irre komisch und voller Dialogwitz und Slapstick, regt aber auch zum Nachdenken über Freundschaft, Fürsorge und unterschiedliche Bedürfnisse an. Stephan Wunsch spielt offen – ohne einen „Kasperle-Guckkasten“ - und hat dazu mit seiner Ehefrau und Bühnenbildnerin Vera Wunsch um einen alten Sonnenschirm herum ein höchst interessantes Bühnenarrangement gebaut, das unterschiedliche Spieltechniken ermöglicht. Die Präzision und Leichtigkeit von Stephan Wunschs Spiel, seine stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten, die Vielfalt an Dialekten und die kleinen humorvollen Anspielungen - auch für die Erwachsenen im Publikum – machen die Inszenierung zu einem Gesamtkunstwerk.
Eindrucksvoll war zu sehen, dass das Zusammenspiel aus Entschleunigung und Aktion, unverstärkter Stimme, Live-Musik, analogem Figurenspiel und authentischer Begegnung mit dem Puppenspieler die Kinder faszinierte und mitriss. „Wir glauben, dass es genau dieser Ansatz ist, der zur Nachahmung ermuntert und die Fantasie beflügelt“, meint Bernadette Spreer. „Neben der Vor- und Nachbereitung durch das Vorlesen soll ja auch das eigene Spiel angeregt werden und damit sprachfördernde Akzente setzen.“ Der Vereinsvorsitzenden Monika Flieger ist insbesondere der Aspekt der Leseförderung wichtig: „Die Janosch-Geschichten eignen sich gut auch zum ersten eigenen Lesen ab der Klasse 2. Die Aufführung war pure Lesemotivation.“ Bei KSK-Filialdirektor Sebastian Greven konnte sie sich gleich persönlich bedanken. Der war nämlich am ersten Spieltag auch in die Grundschulaula gekommen und befand anschließend: „Ein ganz tolles Projekt, das die Kinder, aber auch mich wirklich begeistert hat.“ Mehr als zufrieden war auch Figurenspielkünstler Stephan Wunsch: „Die Betreuung durch den Verein und die gastgebende Schule war optimal. Der Spielort, die kleine verdunkelbare Aula mit Bühne und ansteigenden Sitzreihen, ist für mein Spiel perfekt.“
In insgesamt sieben geschlossenen Veranstaltungen am Vormittag werden alle Erst- und Zweitklässler Rheinbachs erreicht und noch einmal mehr als hundert Vorschulkinder. Am 7. November um 15:00 Uhr gibt es in Kooperation mit der Öffentlichen Bücherei St. Martin noch eine öffentliche Veranstaltung im Jugendzentrum Live St. Martin. Der Vorverkauf zum subventionierten Preis von 2 € bzw. 5 € (Erwachsene) in der Buchhandlung kunterbunt läuft. Das Projekt „Figurentheater für Rheinbacher Kinder“ soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden.