Sonntag, 20. September 2026

Weitere Leuchtturmmaßnahmen für Klimafolgenanpassung stehen in den Startlöchern

Foto: Stadt Rheinbach

Weitere Leuchtturmmaßnahmen für Klimafolgenanpassung stehen in den Startlöchern

  • Grünfläche an der Schubertstraße wird zum Quartierspark

  • Förderantrag für Umgestaltung des Festplatzes Wormersdorf

liegt Bezirksregierung zur Genehmigung vor


Im Juni 2024 hat der Stadtrat die Umsetzung des überarbeiteten Klimafolgenanpassungskonzepts für Rheinbach beschlossen. Mit der Umsetzung des Konzepts beschäftigt sich seit September 2024 der Klimaanpassungsmanager, eine vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Programms „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (Förderrichtlinie DAS) und des damit verknüpften Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) geförderte Personalstelle.

Im Rahmen des Gesamtkonzepts werden bis 2027 drei verschiedene Leuchtturmmaßnahmen umgesetzt. Dies sind Projekte, die Vorbildcharakter für die Abmilderung von extremwetterbedingten Folgen des Klimawandels wie z.B. Hitze, Starkregen und Trockenheit aufweisen. Die Realisierung dieser Maßnahmen zielt nicht nur auf Aufenthaltsqualität im Alltag, sondern auch auf die Erhöhung der Artenvielfalt und den natürlichen Klimaschutz.

„Ich freue mich sehr darüber, dass wir im letzten Jahr bereits die erste Leuchtturmmaßnahme aus unserem Klimafolgenanpassungskonzept erfolgreich umgesetzt haben und in Kürze eine zweite realisieren. Die Planung für die dritte Maßnahme ist ebenfalls schon weit vorangeschritten. Diese Maßnahmen stärken die Widerstandsfähigkeit unserer Stadt spürbar und bringen konkrete Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger: Hitze- und Trockenstress werden durch grüne Infrastruktur und hitzeadaptive Quartiere reduziert, Überschwemmungsrisiken minimiert und die Lebensqualität verbessert“, so Klimafolgenanpassungsmanager Tilman Ringer.

Erste Leuchtturmmaßnahme an der Gesamtschule

Die erste Leuchtturmmaßnahme zur Klimafolgenanpassung wurde im Herbst letzten Jahres erfolgreich umgesetzt. Zur klimaangepassten Umgestaltung wurden am Standort 2 (Villeneuver Straße) der Gesamtschule Rheinbach in den Beetflächen vor der Schulfassade sowie auf der Hoffläche klimaresiliente Bäume gepflanzt und drei thematische Staudenbeete angelegt – ein Duft- und Heilpflanzenbeet, ein Beet der Artenvielfalt sowie ein Präriestaudenbeet mit trockenheitsverträglichen Arten.

Ein versickerungsfähiges Pflaster leitet das Regenwasser durch eine leichte Neigung gezielt in die Beete. Diese wurden mit einem mageren, nährstoffarmen Substrat vorbereitet und mit Lavamulch abgedeckt, der das Austrocknen reduziert, Unkrautwuchs hemmt und die Bodenstruktur verbessert. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit wurdenfür die Wege zwischen den Beeten Betonplatten aus dem ursprünglichen Schulhof wiederverwendet und somit Bauabfälle reduziert.

Zweite Leuchtturmmaßnahme an der Schubertstraße startet im November

Auf der Grünfläche an der Schubertstraße/Münstereifeler Straße wird ein kleiner, naturnaher und biodiverser Quartierspark (Pocket Park) entstehen. Die Bauarbeiten dafür starten im November. Verschattete Sitzmöglichkeiten unter einem neu gepflanzten Baum sowie hitze- und trockenheitsverträgliche Sträucher und Stauden sorgen künftig für eine höhere Aufenthaltsqualität an heißen Tagen. Eine vielfältige, naturnahe Bepflanzung trägt zudem zur Erhöhung der Artenvielfalt bei. Im Rahmen einer Pflanzaktion ist die Beteiligung von Anwohnenden bei der Gestaltung des Quartiersplatzes vorgesehen.

Gleichzeitig wird ein Teil der Fläche zum Schutz vor Starkregen ertüchtigt. Die Schubertstraße stellt laut Betroffenheitskarten des Klimafolgenanpassungskonzepts bei Starkregen einen bedeutsamen Fließweg im Stadtgebiet dar. Über eine leichte Absenkung im Bordstein soll im Falle einer Überfüllung der Kanäle das anfallende Regenwasser künftig in die Grünfläche geleitet und dort über eine naturnah gestaltete Mulden-Rigolen-Versickerungsanlage zurückgehalten werden. Dadurch können die Abwasserkanäle bei Starkregen entlastet und gleichzeitig wertvolle Grünstrukturen im Quartier geschaffen werden. Im Fall des Überlaufens der Mulde läuft das Wasser wie bisher über die Münstereifeler Straße weiter. Hinweisschilder sollen über die umgesetzten naturbasierten Lösungen informieren und zur Umweltbildung beitragen.

Die ersten beiden Maßnahmen werden gefördert durch das Programm „Natürlicher Kli- maschutz in Kommunen“ (444) der KfW-Bank.

Festplatz Wormersdorf als dritte Leuchtturmmaßnahme in Planung

Die an den Festplatz Wormersdorf angrenzenden Grünflächen sollen zu einer multi- funktionalen und klimaangepassten Grünfläche umgestaltet werden. Dabei werden Maßnahmen zur Starkregenvorsorge mit einer ökologischen Aufwertung und der weiteren Nutzung als Veranstaltungsfläche verbunden.

Eine auf der Grünfläche geplante Retentionsmulde soll bei Starkregen und einer Überfüllung der Kanäle das aus der Tomberger Straße abfließende Niederschlagswasser gezielt aufnehmen und zurückhalten. Überflutungsrisiken in den unterhalb gelegenen Ortsbereichen werden dadurch reduziert. Ergänzend wird eine unterirdische Zisterne errichtet, die das auf dem Festplatz anfallende Regenwasser speichert und in Trockenzeiten zur Bewässerung der Vegetation genutzt werden kann. Bevor die weitere Umsetzung erfolgen kann, steht noch die Genehmigung des Förderantrags durch die Bezirksregierung aus. Die Umsetzung der Maßnahme ist für das Jahr 2027 vorgesehen.