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| Der Vorstand des Vereins, und aus der Politik, Sponsoren der Veranstaltung und auch der Preisträger des Vorjahres gratulierten Elisabeth Schleier zur Preisverleihnung. |
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| Die Band Knippschaft mit Frontmann Bömmel Lückrath und Kafi Biermann begeisterten die Gäste im Saal |
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| Die Preisträgerin begeisterte mit ihren Vortrag als Finchen Leyender. |
Elisabeth Schleier ist die neue Botschafterin der Rheinischen Sprache
OLLHEIM – Es war ein voller Erfolg: Als sich am vergangenen Donnerstagabend ab 19 Uhr die Türen des Ollheimer Dorfhauses öffneten, blickte die gesamte Region auf ein echtes Herzensprojekt der rheinischen Kultur. Der Verein „Lück für os Heematsproch“ hatte zur feierlichen Preisverleihung geladen – und dieser Abend hallte weit über die Gemeindegrenzen hinaus nach.
Elisabeth Schleier ist die neue Botschafterin der Rheinischen Sprache
Das große Geheimnis um die Preisträgerkrönung war am Donnerstagabend gelüftet worden: Die Wahl zur dritten Botschafterin der Rheinischen Sprache fiel in diesem Jahr auf eine Frau von der „Schäl Sick“, die sich schon seit Jahren für den Fortbestand ihrer Muttersprache engagierte.
Zur „Botschafterin für os Heematsproch 2026“ wurde Elisabeth Schleier aus Bonn-Beuel ausgezeichnet. Sie war von der Jury des Vereins einstimmig gewählt worden, weil sie die rheinische Sprache verkörpert und humorvoll unter die Menschen bringt, wie der Vorsitzende des Vereins, Wilfried, betonte. Die feierliche Laudatio für die neue Botschafterin hielt der Bürgermeister der Gemeinde Swisttal, Tobias Leuning, der in seiner Ansprache die hohe Bedeutung des rheinischen Dialekts hervorhob.
Mit dieser Wahl unterstrich der Verein einmal mehr seinen Anspruch, nicht nur lokal verwurzelt zu sein, sondern als überörtliche Gruppierung im gesamten Rheinland wirksam und wahrgenommen zu werden. Die Spannung im Dorfhaus war vor dem großen Moment kaum zu überbieten gewesen.
Kulturerbe-Initiative: Das Rheinische Grundgesetz soll UNESCO-reif werden
Neben der emotionalen Laudatio und Ehrung hatte der Abend eine politische und kulturelle Dimension von großem Gewicht. Die „Lück für os Heematsproch“ nutzten den Rahmen der Veranstaltung, um den offiziellen Startschuss für eine ambitionierte Initiative abzugeben: Das legendäre „Rheinische Grundgesetz“ soll als immaterielles Kulturerbe des Rheinlands anerkannt werden. Paragrafen wie „Et hätt noch emmer joot jejange“ oder „Et kütt, wie et kütt“ sind längst gelebte Lebensphilosophie – nun soll ihnen der offizielle Status verliehen werden. Vor Ort wurde am Donnerstagabend eine große Unterschriftenaktion ins Leben gerufen, bei der jede Stimme zählte, um dieses Stück rheinische Identität für kommende Generationen zu sichern.
Einblicke in ein vielseitiges Leben für die Kultur
Im weiteren Verlauf des Abends gab die frisch gekürte Botschafterin, die einst als Groß- und Außenhandelskauffrau tätig war, charmante Einblicke in ihren Werdegang: „Edle Gläser, feines Porzellan und silberne Bestecke waren mein Metier. Jetzt sehe ich diese Dinge überwiegend nur noch in Schlössern, denn heutzutage führe ich Sie durch Schloss Drachenburg oder durch unsere schöne Stadt Bonn. Viel Zeit verbringe ich in den Bonner Archiven und schreibe die Texte nach ausgiebiger Recherche für die historisch belegten Stadtspaziergänge. Ich verfasse kleine Bühnenstücke und Soloprogramme für meinen Mann Karl Friedrich. In diesen wirke ich teilweise mit als Schauspielerin und Sängerin. Bei Bill Mockridges Dinner Theater ‚Hochzeit auf Rheinisch‘ und ‚Familienfest auf Rheinisch‘ war ich der gute Geist hinter der Bühne“, erklärte die Preisträgerin dem Publikum.
Musikalischer Höhepunkt: Die „Knippschaft“ rockte Ollheim
Als der offizielle Teil in geselliges Beisammensein überging, wartete auf die Besucher ein musikalischer Leckerbissen der Extraklasse. Als absoluter Programmhöhepunkt betrat die „Knippschaft“ die Bühne. Dahinter verbirgt sich jene renommierte Kölner Musikertruppe rund um Ex-Bläck-Fööss-Urgestein Bömmel Lückerath. Die Formation hat sich ganz dem musikalischen Erbe des unvergessenen kölschen Hitkomponisten Hans Knipp verschrieben. Da Knipp die Federn für unzählige unvergängliche Bläck-Fööss-Klassiker geliefert hatte, war Mitsingen, Schunkeln und Gänsehaut-Atmosphäre garantiert.
Netzwerken, Feiern, Dabeisein
Doch im Mittelpunkt des Abends stand vor allem eins: die Gemeinschaft. Der Verein nutzte die Veranstaltung erfolgreich, um untereinander Kontakte zu knüpfen und ein starkes, aktives Netzwerk aller Mundartbegeisterten aus der Region aufzubauen.
Der Eintritt zu diesem außergewöhnlichen Abend war frei gewesen, eine vorherige Anmeldung war nicht erforderlich. Gekommen waren alle, die den rheinischen Dialekt lieben, schätzen oder einen unvergesslichen Abend in bester Gesellschaft verbringen wollten.
Gemeinsam wurde die Mundart und die rheinische Kultur im Ollheimer Dorfhaus gebührend gefeiert!


