Mieterbund Bonn: Verkleinerung des Rosenfelds ist wohnungspolitisch das falsche Signal
Bonn Der Deutsche Mieterbund Bonn/Rhein-Sieg/Ahr e.V. kritisiert den Beschluss der Ratskooperation, die Zahl der im neuen Wohnquartier Im Rosenfeld geplanten Wohnungen noch einmal deutlich zu reduzieren, scharf. Gerade in einer Stadt mit anhaltendem Wohnungsmangel und stetig steigenden Mieten ist dies ein falsches Signal.
Wer mitten in der Wohnungskrise eines der größten Wohnungsbauprojekte Bonns zusammenstreicht, verschärft die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sehenden Auges, erklärt die Vorsitzende des Mieterbundes Bonn, Katja Dörner. Bonn braucht mehr bezahlbaren Wohnraum nicht weniger. Und dies schnell, ohne abermals Beratungs- und Umplanungsschleifen zu drehen.
Das Rosenfeld ist eines der wichtigsten Wohnraumentwicklungsprojekte der Stadt. Bislang war dort die Realisierung von rund 775 Wohnungen vorgesehen, davon mindestens 50 Prozent öffentlich gefördert. Schon diese Planung blieb aus Sicht des Mieterbundes hinter dem wohnungspolitisch Notwendigen zurück. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Bündnis Wohnen Bonn kritisiert, dass das Gebiet eher unternutzt werde und eine dichtere Bebauung geprüft werden müsse. Umso unverständlicher ist es nun, wenn die Zahl der Wohnungen weiter nach unten korrigiert wird.
Die soziale Schieflage auf dem Bonner Wohnungsmarkt ist längst Realität, so Dörner weiter. Familien finden keine bezahlbaren größeren Wohnungen, ältere Menschen keine passenden barrierearmen Angebote, junge Menschen und Haushalte mit kleinen Einkommen werden an den Stadtrand oder ganz aus Bonn herausgedrängt. In dieser Lage Wohnungen wegzuplanen, ist das Gegenteil verantwortungsvoller Stadtpolitik.
Aus Sicht des Mieterbundes ist der Beschluss auch deshalb problematisch, weil sie zentrale wohnungs- und stadtentwicklungspolitische Ziele gegeneinander ausspielt. Bonn muss flächensparend bauen, bezahlbaren Wohnraum schaffen und zugleich gute Quartiere entwickeln. Das Rosenfeld bietet genau dafür die Chance: mit gefördertem Wohnungsbau, sozialer Infrastruktur, Konzeptvergabe und der Möglichkeit, ein gemischtes, zukunftsfähiges Quartier zu entwickeln. Wer immer wieder betont, dass Bonn mehr Wohnraum braucht, muss das auch dann ernst meinen, wenn es konkret wird, sagt Dörner. Das Rosenfeld darf nicht zum Symbol dafür werden, dass am Ende jeder den Wohnungsmangel beklagt aber dann doch vor dem notwendigen Bauen zurückschreckt.
