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| Große Freude bei der H-BRS: Vizepräsident Johannes Steinhaus, die Forschenden Simona Helmsmüller, Katja Bender, Wiltrud Terlau und Martin Hamer, Hochschulpräsidentin Marion Halfmann (von links). |
DFG bewilligt gemeinsames Graduiertenkolleg von H-BRS, Uni Bonn und UKB zur urbanen Zukunft
Großer Erfolg für die forschungsstarke Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS): Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das gemeinsame Graduiertenkolleg „Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten“ mit dem UKB und der Uni Bonn. Mit der H-BRS ist erstmals eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften als mitantragstellende Einrichtung an einem DFG-Graduiertenkolleg zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses beteiligt. Inhalte sind urbane Transformationen im globalen Süden und die Wechselwirkungen von Gesundheit, Ökologie und Resilienz.
„Für die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist dieses Graduiertenkolleg ein besonderer Meilenstein und ein starkes Zeichen für die Qualität unserer Forschung“, sagt Hochschulpräsidentin Marion Halfmann. „Gemeinsam mit der Uni Bonn, dem UKB und dem IDOS als außeruniversitärem Forschungsinstitut zeigen wir, wie leistungsfähig Forschung wird, wenn unterschiedliche wissenschaftliche Profile partnerschaftlich zusammenwirken. Der wissenschaftliche Nachwuchs bekommt optimale Bedingungen für eine exzellente Ausbildung.“
Die DFG unterstützt das Graduiertenkolleg von Universität Bonn, Universitätsklinikum Bonn (UKB) und H-BRS in den kommenden fünf Jahren mit rund fünf Millionen Euro. Federführend bei der H-BRS ist das Internationale Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) mit Professorin Katja Bender (zugleich stellvertretende Sprecherin des Kollegs), Professorin Wiltrud Terlau, Professor Martin Hamer und Professorin Simona Helmsmüller. Bundesweit werden ab Herbst 2026 insgesamt zehn neue Graduiertenkollegs gefördert.
Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten. Deren Gestaltung hat einen direkten Einfluss sowohl auf die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner als auch auf den ökologischen Fußabdruck. Gerade die schnell wachsenden und neu entstehenden Städte des globalen Südens stehen hier vor großen Herausforderungen. Eine besondere Vulnerabilität weisen wegen des Klimawandels die sogenannten „Blue Cities“ auf, also Städte, die am Meer oder großen Flüssen liegen. Andererseits können hier Transformationen voraussichtlich eine größere Wirkung entfalten. In dem neuen DFG-Kolleg rücken Blue Cities im globalen Süden erstmals in den Fokus.
„Die kontinuierlichen Veränderungen, die mit dem Wandel, der Expansion und der Entwicklung von Städten einhergehen, erfordern ein sorgfältiges Management, um Nachhaltigkeit, Resilienz und Gesundheit als zentrale Ziele zu erreichen“, erläutert Professor Nico Mutters vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des UKB, der Sprecher des Kollegs. „Für erfolgreiche urbane Transformationen und die Gestaltung integrierter Gesundheitssysteme sind innovative, inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze erforderlich“, sagt Co-Sprecherin Professorin Katja Bender von der H-BRS. Sehr wichtig für das DFG-Graduiertenkolleg ist die Arbeit mit internationalen Partnerinnen und Partnern. Sie baut auf bestehende partnerschaftliche Beziehungen zu Universitäten und Forschungsinstituten weltweit auf. Die internationalen Partnerinnen und Partner sind in die Betreuungsteams der Promovierenden eingebunden, werden als Gastwissenschaftler Seminare anbieten und spielen eine große Rolle bei der Durchführung der internationalen Datenerhebungen.
In dem Graduiertenkolleg sollen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler erforschen, wie der Wandel von Städten so gestaltet werden kann, dass sowohl die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Nachhaltigkeit und die Resilienz urbaner Systeme erhöht werden können. Dabei sollen die komplexen städtischen Systeme aus mehreren miteinander verbundenen Blickwinkeln betrachtet werden – von Landnutzung, Boden- und Wasserschutz und Ernährung über pathogene Dynamiken und Krankheitsvektoren bis hin zu politischen Ökonomien und Biodiversität. Zentral ist hierfür eine interdisziplinäre und transdisziplinäre Herangehensweise, die sich auch in den zukünftigen gemeinsamen Betreuungsteams von H-BRS, Uni Bonn, UKB und dem German Institute of Development and Sustainability (IDOS) als außeruniversitärem Forschungsinstitut widerspiegeln wird.
Die H-BRS und die Uni Bonn verfügen über langjährige Kooperationserfahrungen in dem Bereich. Das DFG-Graduiertenkolleg „Urbane Zukunft“ knüpft an das vom Land NRW geförderte Forschungskolleg „One Health“ an, eine Graduiertenschule, in der Doktorandinnen und Doktoranden verschiedene Dimensionen und Transformationen der städtischen Systeme und deren Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Umwelt untersuchten.
Zum Hintergrund:
An dem DFG-Graduiertenkolleg sind seitens der H-BRS die Fachbereiche Wirtschaftswissenschaften, Angewandte Naturwissenschaften sowie Sozialpolitik und Soziale Sicherung beteiligt. Es ist in den Forschungsschwerpunkten „Life Sciences & Gesundheit“ (wo auch der DFG-Forschungsimpuls „CytoTransport“ verankert ist) sowie „Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Energieeffizienz“ angesiedelt. Das seitens der H-BRS beteiligte Internationale Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung mit einem Schwerpunkt auf der nachhaltigkeitsbezogenen Forschung. Seit 2022 verfügt die H-BRS über das eigenständige Promotionsrecht über das Promotionskolleg NRW.
Die DFG-Graduiertenkollegs:
Graduiertenkollegs sind laut der DFG „Einrichtungen der Hochschulen zur Förderung von Forscher*innen in frühen Karrierephasen, die von der DFG für maximal neun Jahre gefördert werden. Im Mittelpunkt steht die Qualifizierung von Doktorand*innen im Rahmen eines thematisch fokussierten Forschungsprogramms sowie eines strukturierten Qualifizierungskonzepts. Eine interdisziplinäre Ausrichtung der Graduiertenkollegs ist erwünscht. Ziel ist es, die Promovierenden auf den komplexen Arbeitsmarkt „Wissenschaft“ intensiv vorzubereiten und gleichzeitig ihre frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit zu unterstützen.“
