30 Jahre Fachbereich Informatik an der H-BRS
Presseöffentlicher Festakt am Freitag, 12. Juni
Drei Professuren, eine Handvoll Lehrbeauftragte und 30 Studierende: Im Wintersemester 1996/97, ein Jahr nach Gründung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), nahm der Fachbereich Informatik mit dem Studiengang Angewandte Informatik seine Arbeit auf. Gelehrt und gelernt wurden in einem Vorlesungsraum und einem PC-Pool im sogenannten Turm an der Rathausallee in Sankt Augustin – den Campus gab es noch nicht. Heute hat der Fachbereich Informatik mehr als 2500 Studierende, neun Studiengänge und mehrere Forschungsinstitute zu topaktuellen Themen.
„Der Fachbereich ist kontinuierlich gewachsen und hat sich immer weiterentwickelt, um am Puls der Zeit zu sein“, sagt Dekan Sascha Alda, der vor 16 Jahren als Professor für Software-Architektur an die Hochschule kam. In seinen Anfängen konzentrierte sich der Fachbereich auf die Informatik allgemein, heute ist er sehr breit aufgestellt. „Ein Schwerpunkt in Lehre und Forschung ist seit ein paar Jahren der Bereich Cyber Security and Privacy“, erläutert Alda. Vor fünf Jahren wurde der gleichnamige Bachelorstudiengang ins Programm genommen, zwei Jahre später startete der entsprechende Masterstudiengang. Die Forschungsaktivitäten bündelt das Institut für Cyber Security & Privacy – und die Ergebnisse fließen gleich in die Lehre ein.
Um die dringend benötigten Fachkräfte für IT-Sicherheit auszubilden, hat die H-BRS zudem mit der Hochschule Niederrhein im Jahr 2020 den Cyber Campus NRW (CCNRW) gegründet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit ist die H-BRS auch am Studiengang Digitale Forensik der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach beteiligt, in dem rund die Hälfte der Studierenden Polizistinnen und Polizisten sind. Das Land NRW unterstützt den CCNRW und hat erst Anfang dieses Jahres dessen Finanzierung verlängert.
Der Fachbereich Informatik entwickelt die Lehre beständig weiter. So ist die Einführung ins Thema Künstliche Intelligenz ein Pflichtfach in allen Bachelorstudiengängen. Im derzeit laufenden Sommersemester startete der innovative und interdisziplinäre Master-Studiengang „Wirtschaftsinformatik, Nachhaltigkeit und Digitalisierung“. Zwei weitere Zukunftsthemen finden sich schon länger im Portfolio: die englischsprachigen Masterstudiengänge Autonomous Systems und Game Technologies, die auch viele internationale Studierende anziehen. Die b-it-bots, das studentische Roboterteam der Hochschule, sind vergangenes Jahr in Brasilien Robocup-Weltmeister in der Kategorie der Arbeitsroboter geworden – und das bereits zum dritten Mal.
Forschungsschwerpunkte des Fachbereichs sind die Sicherheitsforschung, Visual Computing sowie KI und Autonome Systeme.
„Wir sind heute ein sehr breit aufgestellter, forschungsstarker Fachbereich mit niedrigen Hierarchien und sehr guten Bedingungen für die Studierenden“, sagt Dekan Alda. „Wir lehren und arbeiten praxisnah, sind regional verzahnt und international vernetzt.“ Die Öffentlichkeit kann sich regelmäßig ein Bild von der Arbeit des Fachbereichs Informatik machen – etwa bei der Computerspielemesse Gamescom, wo die H-BRS einen Stand hat, oder bei der Free-and-Open-Source-Konferenz FrOSCon in der Hochschule.
Wie in der gesamten Hochschule findet im Fachbereich Informatik gerade ein Generationenwechsel statt. Aus den drei Professuren vor 30 Jahren sind inzwischen 33 Professuren geworden, hinzu kommen Honorarprofessuren, Wissenschaftliche Mitarbeitende und Lehrbeauftragte. „Wir haben viele junge, engagierte Professorinnen und Professoren, die sehr viel Wissen und Innovationen mitbringen und zu aktuellen Themen wie Privatheit oder Data Science arbeiten“, erläutert Alda. In den vergangenen drei Jahren wurden fünf Professuren neu besetzt, drei weitere werden dieses Jahr noch folgen. „Wir sind thematisch und personell gut aufgestellt für die kommende Zeit“, sagt der Dekan.
