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| Dr. Phiesel im Gespräch (v.l.n.r. Martin Groß, Larissa Lehmann, Stephanie Ewald, Dr. Daniel Phiesel, Christel Engelanbd, Regina Münch) - Fotos (c) Gerd Engel | Rheinbach liest e.V. |
Eine runde Sache:
Welttag des Buches im ausverkauften Ratssaal mit phänomenalem Abend gefeiert
Seit 2012 zelebriert Rheinbach liest e.V. den Markenkern des Vereins, das Lesen und Vorlesen, anlässlich des Welttag des Buches mit seiner literarisch-musikalischen Show Bücherstimmen. In diesem Jahr war das beliebte Event bereits Tage vor der Veranstaltung ausverkauft und diverse Einlasswünsche mussten abgewiesen werden.
Das gut eingespielte Moderatorinnen-Duo, bestehend aus der SGR-Pädagogin Stephanie Ewald und Christel Engeland, der Leiterin der Buchhandlung Thalia Rheinbach, plauderten bei den Bücherstimmen mit Schirmherr Dr. Daniel Phiesel und drei weiteren eloquenten Bücherfreunden über deren jeweilige Lieblingsbücher. Dr. Phiesel stellte den historischen Roman „Oberammergau“ von Stefan Löhr vor, in dem es um den Beginn der Oberammergauer Festspiele unmittelbar nach Ende der Pest im Jahr 1633 geht. Im Mittelpunkt steht der junge Priester Johannes, der gegen Intrigen und andere große Widerstände versuchen muss, das Gelübde der Dörfler umzusetzen. Ein faszinierender Roman von ungeheurer Wucht, wie Phiesel zu berichten wusste, der auf Schwarz-Weiß-Zeichnung verzichte und viele Grautöne bereit halte. Während die WDR-Sprecherin Regina Münch eine Textpassage aus „Oberammergau“ vortrug, hätte man eine Stecknadel fallen hören können.
Auch der Rest der Veranstaltung war voller Gänsehaut-Momente. Larissa Lehmann von der Hochschul- und Kreisbibliothek berichtete interessante Details aus ihrem Berufsalltag und stellte den berührenden Roman „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ vor. Thriller-Autor und Buch-Blogger Sven Jacobs gab Hintergründe seines Debütromans „Letze Stunde Tod“ preis und Lehrerin Kerstin Clasen brach sehr überzeugend eine Lanze für den opulenten Roman „Ein einfaches Leben“ (O.: Pachinko) über das hierzulande wenig bekannte Schicksal koreanischer Einwanderer in Korea.
Regina Münch und ihr Sprecher-Kollege Martin Groß lasen die übrigen Textpassagen im Wechsel und erzeugten beim Publikum sichtlich eine ganze Bandbreite von Gemütsregungen: Spannung wechselte mit Ergriffenheit und Heiterkeit. Pianist Mats Groß fing mit seinen Intermezzi gekonnt die jeweilige Stimmung auf und löste ebenso wie die übrigen Beiträge anhaltenden Beifall aus.
Man darf konstatieren: Die Bücherstimmen waren in diesem Jahr eine besonders runde Sache. Chapeau!

