Hochschule Bonn-Rhein-Sieg im Professorinnenprogramm 2030 erfolgreich
Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) hat mit ihrem Gleichstellungskonzept im Professorinnenprogramm 2030 überzeugt. Sie gehört zu den bundesweit 44 Hochschulen, die von einer Fachjury der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) in der dritten Auswahlrunde positiv evaluiert wurde. Sie kann nun bis Ende September 2027 für bis zu drei mit Frauen neu besetzte Professuren eine Förderung in Höhe von insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro beantragen. Bund und Länder finanzieren das Programm jeweils zur Hälfte. Ziel ist neben der Erhöhung des Frauenanteils die Stärkung der Gleichstellungsstrukturen.
„Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg und die Anerkennung für unser Konzept“, sagt Hochschulpräsidentin Marion Halfmann. „In den kommenden Jahren sind an der H-BRS zahlreiche Professuren neu zu besetzen. Diese Phase des Umbruchs wollen wir aktiv gestalten, indem wir gezielt exzellente Wissenschaftlerinnen für uns gewinnen und in ihren Karrierewegen stärken. So richten wir die Zukunft unserer Hochschule vielfältig und innovativ aus. Auf diesem Weg bietet uns das Professorinnenprogramm eine große Chance.“
Das Gleichstellungskonzept der Hochschule berücksichtigt den gesamten Karrierezyklus vom Studium bis zur Professur. „Die ersten Jahre in der Wissenschaft sind gerade für Frauen von zentraler Bedeutung. Neben dem Aufbau von Lehre und Forschung stehen der Ausbau von Netzwerken, die erfolgreiche Einwerbung von Drittmitteln und nicht zuletzt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus“, sagt Dr. Barbara Hillen-Haas, die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der H-BRS. „Das Professorinnenprogramm 2030 unterstützt uns dabei, strukturelle Hürden in der frühen Phase einer Professur auszugleichen und insbesondere Professorinnen mit Kindern nachhaltig auf ihrem weiteren Karriereweg zu stärken.“ Neben der individuellen Förderung einzelner Professorinnen sollen Gleichstellungsstrukturen an der Hochschule verbessert werden, beispielsweise geschlechterdifferenzierte Datenerhebung, Nachwuchsförderung über Stipendien und Mentoring-Programme intensiviert werden.
In der dritten und finalen Auswahlrunde zum Professorinnenprogramm 2030 haben sich bundesweit 44 Hochschulen mit ihren Konzepten durchgesetzt, zwölf davon kommen aus Nordrhein-Westfalen. Sie können nun Förderanträge für jeweils bis zu drei Professuren stellen. Je Professur ist eine Förderung von maximal 825.000 Euro über fünf Jahre möglich.
Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz hatte das Professorinnenprogramm im November 2022 beschlossen. Es baut auf den erfolgreichen bisherigen drei Programmphasen seit 2008 auf und wurde inhaltlich gestärkt. Bund und Länder verfolgen mit dem Programm das Ziel, die Anzahl der Professorinnen in Richtung Parität dynamisch zu erhöhen, Wissenschaftlerinnen in der frühen Karrierephase auf dem Weg zur Langzeitprofessur zu fördern und in der Wissenschaft zu halten sowie die Gleichstellung von Frauen und Männern an den Hochschulen strukturell noch stärker zu verankern. Damit soll der Struktur- und Kulturwandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit an den Hochschulen nachhaltig gestärkt werden. Laut Bundesforschungsministerium liegt der Frauenanteil an der Professorenschaft bei aktuell 30 Prozent.
