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| Die Preisträgerinnen des VDI-Förderpreises 2026: Lilian Anouk Singhofen (TH Köln, 2. Platz), Jana Dankert (H-BRS, 3. Platz), Federica Ricucci (H-BRS, 1. Platz) (v.l.). Foto: Bernadett Yehdou/VDI Köln |
VDI-Förderpreise für zwei Absolventinnen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Herausragende Abschlussarbeiten: Zwei Absolventinnen der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) sind mit dem Förderpreis des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) Köln ausgezeichnet worden. Federica Ricucci aus dem Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften kann sich über den ersten Platz freuen, Jana Dankert (Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Kommunikation) erreichte den dritten Platz. Den zweiten Preis erhielt Lilian Anouk Singhofen von der TH Köln.
H-BRS-Absolventin Federica Ricucci hat für ihre Masterarbeit im Studiengang Biomedical Sciences am Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften den ersten Preis beim VDI-Förderpreis erhalten. Sie untersuchte mithilfe moderner Laborverfahren die funktionellen Auswirkungen einer genetischen Veränderung bei einem Kind mit einer schweren Entzündungserkrankung. Die gewonnenen Erkenntnisse leisteten einen wichtigen Beitrag zur Einordnung der Erkrankung und ermöglichten eine gezielte Anpassung der Behandlung.
Der betreuende Professor Oskar Schnappauf lobt ihre Abschlussarbeit als außergewöhnlich: „Diese Arbeit zeigt beispielhaft, wie Erkenntnisse aus der Laborforschung direkt in die medizinische Behandlung einfließen können, von der Analyse des Erbguts bis zur konkreten Therapie für die Patientin. Genau dieser Weg vom Labor in den klinischen Alltag macht das Potenzial moderner biomedizinischer Forschung sichtbar“, sagt er. Federica Ricucci, die inzwischen am Universitätsklinikum Bonn promoviert, freut sich sehr über die Wertschätzung für ihre Arbeit. „Der Preis ist für mich von besonderer Bedeutung. Er zeigt, dass medizinische Fragestellungen eng mit den Fortschritten der Ingenieurswissenschaften einhergehen und betont somit die Relevanz von Interdisziplinarität in der Diagnostik.“
Ricuccis ausgezeichnete Masterarbeit hat den Titel „Functional Characterization of a Novel Homozygous Proximal Intronic Splice Variant in a Patient with DNase II Deficiency“. Der erste Platz des VDI-Förderpreises ist mit 2000 Euro dotiert.
Mit Jana Dankert wurde eine weitere Absolventin der H-BRS mit einem Förderpreis des VDI ausgezeichnet. Für ihre Bachelorarbeit zum Thema „Parameter- und Zustandsabschätzungen von Batterien mit elektrochemischer Impedanzspektroskopie“ im Studiengang Nachhaltige Ingenieurwissenschaft gewann sie den dritten Preis, der mit 500 Euro dotiert ist.
Batterien sind ein zentraler Bestandteil der Transformation des elektrischen Energiesystems. Für ihren zuverlässigen Betrieb sind präzise Informationen über ihren Zustand erforderlich. Ziel von Jana Dankerts Arbeit war die Anwendung von Methoden zur Bestimmung des Ladezustandes sowie der Gesamtkapazität als Indikator für die Lebensdauer von Batteriezellen. Hierfür entwickelte sie ein entsprechendes Modell und parametrisierte und validierte es anhand realer Messungen an Batteriezellen. „Durch diese Arbeit konnte eine Verbesserung der Lebensdauerabschätzung von Batteriezellen erzielt werden“, lobt der betreuende Professor Marco Jung. Für die Preisträgerin selbst kam die Auszeichnung trotzdem überraschend. „Die Arbeit an der Bachelor-Thesis habe ich eher als persönliche Herausforderung angesehen, mit dem Ziel, mich fachlich und methodisch weiter zu entwickeln. Ich habe nicht damit gerechnet, dass meine Arbeit nun in diesem Maße ausgezeichnet wird und freue mich sehr darüber“, sagt Jana Dankert. Sie studiert inzwischen im Masterstudiengang Nachhaltige Ingenieurwissenschaft an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.
„Unser Nachwuchs ist unsere Zukunft. Diese Arbeiten zeigen, wie viel Innovationskraft, wissenschaftliche Tiefe und gesellschaftliche Relevanz im Ingenieurwesen stecken“, sagte Paul E. Krug, stellvertretender Vorsitzender des VDI Köln. Mit dem Förderpreis prämiert der VDI jedes Jahr herausragende ingenieurwissenschaftliche Abschlussarbeiten. Die Jury bewertete die eingereichten Arbeiten laut VDI anhand einer klar definierten Punktematrix, die sowohl den wissenschaftlichen Anspruch als auch den praktischen Nutzen berücksichtigt.
