SPD-Fraktion Rheinbach: Wärmeplanung realistisch und umsetzbar weiterentwickeln
Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Rheinbach bringt zur Beratung der Kommunalen Wärmeplanung im Ausschuss für Umwelt und Mobilität gezielte Änderungsanträge ein. Ziel ist es, die Wärmeplanung stärker auf realistische, umsetzbare und kurzfristig wirksame Maßnahmen auszurichten.
„Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiges strategisches Instrument für den Klimaschutz vor Ort. Sie darf aber keine Erwartungen wecken, die sich absehbar nicht einlösen lassen“, erklärt Arne Ritter, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Rheinbach. Vor diesem Hintergrund sieht die SPD-Fraktion insbesondere den im Zielszenario genannten sehr hohen Anteil von 43 Prozent Fernwärme kritisch.
Zentrale Wärmenetze seien grundsätzlich sinnvoll, könnten in Rheinbach jedoch realistischerweise nur in klar abgegrenzten Bereichen umgesetzt werden. „Ein pauschal hoher Zielwert für das gesamte Stadtgebiet birgt die Gefahr, dass private Hauseigentümer notwendige Investitionen – etwa in Wärmepumpen – aufschieben, weil sie auf einen späteren Anschluss an ein Wärmenetz hoffen“, so Arne Ritter weiter. Zudem seien Planung, Investorensuche und Umsetzung umfangreicher Wärmenetze mit erheblichem organisatorischem und finanziellem Aufwand für die Stadt verbunden.
Die SPD-Fraktion schlägt daher vor, die Wärmenetzplanung konsequent auf die bereits identifizierten Prüfgebiete – insbesondere den Bereich rund um das Schwimmbad Monte Mare sowie auf Neubaugebiete – zu konzentrieren und den gesamtstädtischen Zielwert entsprechend zu reduzieren.
Ein weiterer Änderungsantrag betrifft die künftige Infrastrukturprüfung. „Im Rahmen der Wärmeplanung wurde deutlich, dass die langfristige Verfügbarkeit von Gasen und insbesondere von grünem Wasserstoff sehr unsicher ist“, erläutert Norbert Schenkel, SPD-Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Mobilität. „Vor diesem Hintergrund halten wir es für sachgerecht, die Prüfungen auf die Strominfrastruktur zu konzentrieren. Hier bestehen heute die verlässlichsten Perspektiven für eine klimafreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung.“
Die SPD-Fraktion betont, dass ihre Änderungsanträge keine Abkehr von den Klimazielen darstellen. „Im Gegenteil“, so Arne Ritter abschließend, „wir wollen die Wärmewende in Rheinbach so gestalten, dass sie verständlich, finanzierbar und tatsächlich umsetzbar ist. Dafür braucht es klare Prioritäten und realistische Annahmen.“
