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| Die Familie Cizmoli aus Euskirchen dankt den Johannitern und allen Unterstützern für die Mithilfe beim Wiederaufbau. Foto: JUH/Erik Heneka |
Fünfter Jahrestag der Flutkatastrophe: Johanniter-Hochwasserhilfe blickt 2026 auf fünf Jahre Unterstützung zurück
Johanniter bleiben verlässlicher Partner im Wiederaufbau und in der psychosozialen Begleitung der Betroffenen
Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen – Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021 ziehen die Johanniter im Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen Bilanz. Was unmittelbar nach der Katastrophe mit lebensrettenden Einsätzen begann, hat sich zu einer langfristigen und nachhaltigen Unterstützung für die betroffenen Menschen entwickelt. Auch heute ist die Johanniter-Hochwasserhilfe weiterhin vor Ort und begleitet die Menschen auf ihrem Weg des Wiederaufbaus und der psychischen Bewältigung der Folgen.
Unmittelbar nach den Überschwemmungen standen die Einsatzkräfte der Johanniter-Unfall-Hilfe den Betroffenen zur Seite. Mehr als 600 Johanniterinnen und Johanniter aus Nordrhein-Westfalen – viele von ihnen ehrenamtlich – waren über Wochen im Dauereinsatz. Sie retteten Menschenleben, leisteten Erste Hilfe, suchten Vermisste und versorgten Betroffene und Einsatzkräfte. Ergänzend wurden Soforthilfen von bis zu 5.000 Euro pro betroffenem Haushalt ausgezahlt, um die dringendsten Bedarfe zu decken. Allen Helfenden gilt ein besonderer Dank der Johanniter, denn sie leisteten hervorragende Arbeit in der Not.
Hochwasserhilfe heute
Heute befindet sich die Hochwasserhilfe in einer Phase, die weit über den Wiederaufbau hinausgeht. Neben der finanziellen Unterstützung stehen psychosoziale Begleitung,
Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt. Die Johanniter unterstützen Betroffene unter anderem durch soziale und systemische Beratung, begleiten Anträge auf Wiederaufbauhilfen und Einzelfallhilfen, vermitteln Fachberatungen durch Bausachverständige und Rechtsanwälte sowie traumatherapeutische Angebote. Ergänzt wird das Angebot durch Begegnungscafés, Gruppenangebote, mobile und stationäre Kinder- und Jugendarbeit sowie aufsuchende Hilfen, um auch Menschen zu erreichen, die bislang keine Unterstützung in Anspruch genommen haben.
Arbeit und Ergebnisse vor Ort
Die Wirkung dieser Arbeit zeigt sich in beeindruckenden Zahlen. Seit August 2021 konnten mit Angeboten wie dem Spielebus sowie Kinder- und Jugendtreffs mehr als 800 Kinder und Jugendliche erreicht werden. Familienaktionen, Begegnungscafés und weitere Entlastungsangebote verzeichneten in den vergangenen fünf Jahren insgesamt mehr als 13.000 Besucherinnen und Besucher. Durch Informationsstände auf Stadtfesten, Märkten und Gedenkveranstaltungen kamen die Johanniter mit rund 16.000 Menschen ins Gespräch und informierten über bestehende Hilfsangebote. Eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit sorgte dafür, dass die Hochwasserhilfe gezielt auf die Hilfsangebote aufmerksam machen konnte.
Auch finanziell konnten dank der Unterstützung von „Aktion Deutschland Hilft“ umfangreiche Hilfen umgesetzt werden. Die Johanniter-Unfall-Hilfe NRW hat bis heute rund 20 Millionen Euro Spendengelder erhalten. Noch verbleibenden Mittel dienen unter anderem dem Betrieb der Projektbüros sowie der aufsuchenden Hilfe und sind bis Ende 2027 verplant. Für diese Unterstützung danken die Johanniter allen Spenderinnen und Spendern, sie haben Großartiges mit ihrer Hilfe geleistet.
Im Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen wurden zahlreiche Projekte des Wiederaufbaus unterstützt, darunter Schulhofgestaltungen in Swisttal und Bad Münstereifel, die Übergangshalle in Flerzheim sowie verschiedene Sport- und Infrastrukturprojekte. Die Unterstützung der Johanniter bleibt auch weiterhin notwendig. Allein im Jahr 2025 wurden im Regionalverband rund 2.300 Menschen mit den unterschiedlichen Angeboten erreicht. Im Kreis Euskirchen besuchten die Mitarbeitenden 1.951 Häuser, führten 691 Gespräche und 65 individuelle Beratungstermine durch. Landesweit wurden inzwischen mehr als 8.000 Haushalte aufgesucht und beraten. Daraus resultierten 65 Antragstellungen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Menschen auch fünf Jahre nach der Flut weiterhin Unterstützung benötigen.
Zum Jahrestag der Flut
Anlässlich des fünften Jahrestages laden die Johanniter zu zwei Gedenk- und Informationsveranstaltungen ein. Am 14. Juli 2026 findet ab 15.00 Uhr in den neuen Beratungs- und Begegnungsräumlichkeiten der Johanniter-Hochwasserhilfe in der Odinstraße 17 in Swisttal-Odendorf ein gemeinsames Gedenken statt. Neben einem Impuls der evangelischen Pfarrerin Frau Berg werden die „Wand der Errungenschaften“ sowie die psychosozialen Angebote der Johanniter vorgestellt. Am 15. Juli 2026 präsentieren die Johanniter ihre Arbeit im Rahmen der Gedenkveranstaltung der Gemeinde Swisttal ab 18.30 Uhr in Heimerzheim ebenfalls mit der „Wand der Errungenschaften“ und Informationen zu ihren Hilfsangeboten.
Fünf Jahre nach der Flut bleibt die zentrale Botschaft der Johanniter unverändert: Wir bleiben vor Ort – aus Liebe zum Leben. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Katastrophenhilfe weit über die akute Einsatzphase hinausgeht. Deshalb evaluieren die Johanniter ihre Angebote kontinuierlich und passen sie den aktuellen Bedarfen an. Ziel ist es, die bestehenden Hilfen nachhaltig in den Regionen zu verankern und die Menschen zunehmend zur Selbsthilfe zu befähigen. Gleichzeitig investieren die Johanniter in die Stärkung des Katastrophenschutzes und der Resilienz – unter anderem durch moderne Einsatzmittel, Hochwasserhilfe-Anhänger und geländefähige Fahrzeuge –, um auch zukünftigen Herausforderungen bestmöglich begegnen zu können.









