Kapelle Bild1Droht der beliebten Marien-Kapelle auf dem Pallotti-Areal der Verfall?

Erklärtes Ziel des Rates und eine der Grundlagen der Bauleitplanung des Pallotti-Areals ist u.a. auch der Erhalt der Marien-Kapelle – im Volksmund auch „Schönstattkapelle“ genannt. Mit dem Erwerb des Areals und der Rechtskraft des entsprechenden Bebauungsplans verpflichtet sich der jeweilige Investor zum Erhalt der Kapelle.

Diese wurde in den Jahren 1949/50 auf einem Hügel aus Trümmern und Schutt als Folge der verheerenden Bombenangriffe am Ende des 2. Weltkrieges, von denen auch das Hermann-Josef-Kolleg betroffen war, errichtet. Dabei sind auch meine Großeltern ums Leben gekommen.

Dank großzügiger finanzieller Unterstützung durch den ehemaligen Ratsherrn Erich Scharrenbroich konnte die Kapelle mit Hilfe der „Neuen Pfade“ liebevoll restauriert werden und erstrahlte 2005 in neuem Glanz.

Jetzt schreckt eine Nachricht auf: Nach vorliegenden Informationen beabsichtigt der Investor, sein Eigentum an der Kapelle auf alle zukünftigen Eigentümer bzw. Mieter zu übertragen. Damit würde die Verantwortung für den Erhalt dieses historischen Denkmals auf eine nicht bekannte Klientel und deren nicht kalkulierbares Interesse am Erhalt dieses Baudenkmals abgewälzt.

Die Kapelle ist zurzeit verschlossen,die gesamte Energieversorgung und die Heizung sind unterbrochen. Damit droht der Kapelle gewollt oder ungewollt ein schleichender Verfall, in meinen Augen ein Skandal! Die Marienkapelle ist wie die Waldkapelle ein stadtnaher Zufluchtsort für Gläubige. Sie ist in der Erinnerung zahlreicher Rheinbacher Brautpaare als ihre Hochzeitskapelle tief verwurzelt und für viele Rheinbache*innen zu einem liebgewonnenen „Stück Rheinbach“ geworden.

Deshalb fordere ich alle politisch Verantwortlichen und die Verwaltung dringend zum Handeln auf. Dieses Bauwerk muss für nachfolgende Generationen als Zeuge eines dunklen Kapitels Rheinbacher Zeitgeschichte sowohlals religiöse Kulturstätte als auch als Mahnmal an die Leiden der Menschen im 2. Weltkriegs geschützt und erhalten werden. Das kann nur in einer zentralen Verantwortlichkeit gewährleistet werden.

Gegebenenfalls ist zum Erhalt dieser Kapelle eine Rückübertragung in städtisches Eigentum anzustreben.

Ferdinand Pfahl