Leserbrief zu „Immer unter Strom“, GA S.3, 28.9.2020

„Herr schenk mir Geduld – aber sofort!“ so zitierte Wolfgang Clement seine Frau, die damit ihn zitierte. Danach war Wolfgang Clement wohl ein sehr ungeduldiger Mensch. Der Artikel über ihn im GA – so lese ich ihn – machte unausgesprochen klar, Wolfgang Clement gehörte zu den Politikern, denen Nachhaltigkeitsgedanken im ökologischen Sinne ein Fremdwort, eher noch ein Schimpfwort war.

Deutlich wird das in den beiden Sätzen im Artikel in Bezug auf Clement als Superminister der Schröderregierung: „Neue grüne Reizfigur (nach Bärbel Höhn in Düsseldorf) ist jetzt der Grüne Jürgen Trittin, auch er Umweltminister. Clement für Atomenergie und Kohle gegen Dosenpfand und Emissionshandel.“

Wolfgang Clement war ein Vertreter der Dinosaurier-Technologie und deshalb mitverantwortlich für das, was uns in Zukunft stärker schaden wird als die derzeitige Coronakrise – die Klimakatastrophe.

Auf einem Parteitag der Rhein-Sieg SPD Ende der Neunziger hatte Wolfgang Clement die Politik der Landesregierung dargestellt. Weil darin kein Satz über Umweltschäden oder Klimawandel vorkam habe ich das kritisiert. Auf dem Weg zu meinem Sitzplatz kam ich an ihm vorbei und er zischte „Du Arschloch“. Passt zum Choleriker Clement. Noch heute ärgert es mich, dass ich nicht zum Mikro zurück bin um zu sagen: „Bitte lieber Wolfgang, sagst du dem Parteitag, wie du meine Kritik bewertest.“

2019 07 22 L4 Werbung Rhein