Wer bislang im Rheinbacher Politikgeschehen mitwirken, gar etwas „werden“ wollte, der heuerte bei der CDU an. Dort gab’s zumeist vom Wahlvolk garantierte satte Mehrheiten, für deren dringenden Fortbestand – nach Eintritt der UWG in die Stadtpolitik vor Jahrzehnten – dann erforderlichenfalls über eine lange Zeit auch die FDP zuverlässig sorgte.

 

Nun hat sich vermutlich zu wohlüberlegtem Nutz und Frommen die FDP von der CDU „losgesagt“, um sich in einem Viererbündnis mit Grünen, SPD und UWG künftiger städtischer Kommunalpolitik zu widmen. Die Clique um Rheinbachs „Polit-Rebellin“ Silke Josten-Schneider hat ebenfalls das Lager gewechselt – man möchte ja schließlich weiter in der Stadtpolitik mitmischen.

Dass sich die einstmals überwiegend erfolgreich agierende „Kraiting“-UWG bei diesem Husarenstück nun zur neuen Heimat, vielmehr zum fragwürdigen Steigbügelhalter für Überläufer unsicherer Kantonisten entwickelt, erscheint mir nun doch ein Zuviel an glaubwürdig nachvollziehbarer Unabhängigkeit. Wer will denn dieser UWG bei der kommenden Kommunalwahl noch seine Stimme geben? Das politische Gekungel hat also nun auch die UWG erreicht. Da werden gewichtige „Namen“ und ihre ehemals vorhandenen Zugpferd-Qualitäten bei den Wählerinnen und Wählern keine potenziell wirksame Hilfe mehr sein. Und an Charakterköpfen – sieht man von unserem allgemein geschätzten Bürgermeister Stephan Raetz einmal ab – fehlt es ja ohnehin absolut und zusehends in der Rheinbacher Politik.

Das ganze Dilemma in der Stadtpolitik und der arg gebeutelten Rest-CDU, die mir schon seit Langem viel „zu brav“ wirkt – besonders aus den Reihen einer allzu wortkarg und zugeknöpft-schweigsamen Mitgliedschaft, haben erst kürzlich einige Leserbriefschreiber und an regionaler Lokalpolitik Interessierte kenntnis- und facettenreich mit Punkt und Komma zu Papier gebracht. Aber besonders habe ich mich über den neuen „Stern“ am etwas unterbelichteten Rheinbacher Leserbrief-Himmel gefreut: Steffi Goss aus Rheinbach – Beifall, Zustimmung, Applaus!

Sie hat sicher aktuell vielen aus dem Herzen gesprochen, wenn sie die „Unruhe-stifter“ und „Wendehälse“ aus der CDU nicht in „ihrer“ UWG – und das auch noch auf unbegreiflich sicheren Plätzen – agieren sehen möchte. Ich stimme jedenfalls als fast 83jähriger der vermutlich selbst noch jung an Jahren bekennenden Leserbrief-schreiberin Steffi Goss ausdrücklich zu, wenn sie mit ihren gezielten Anmerkungen frank und frei, fast schon prophetisch exakt fragt: „Kann das gut gehen?“ Niemals!

Franz Frechen, Rheinbach

2019 07 22 L4 Werbung Rhein

oliver wolf

 spitz 03ludger banken 160