Leserbrief zu den Artikeln: „Dankeschönpräsente an Pflegeeinrichtungen überbracht“ vom CDU-Stadtverband und „Wohl jedes Mittel ist recht“ von allen anderen im Rat vertretenen Parteien


Als wären die Zeiten während der COVID-19-Pandemie für alle Menschen nicht schwer genug, agiert der CDU-Vorstand um seinen Vorsitzenden Markus Pütz und seine beiden Stellvertreter Ilka Rick und Joachim Schneider wieder einmal ohne jegliche Empathie und setzt einen neuen negativen Impuls im politischen Miteinander.

Nachdem man schon beim breit organisierten Konsens aller Parteien zur organisierten Gegenveranstaltung während der AFD-Vortragsveranstaltung aus der Reihe getanzt ist und dort für Verärgerung gesorgt hat, nun ein weiteres Beispiel für einen schlechten Führungsstil und eine unangemessene Verbalattacke.

Bitte nicht falsch verstehen, gegen das Verteilen von Präsentkörben ist im Prinzip wenig einzuwenden, aber direkt im ersten Satz der Pressemitteilung allen anderen Parteien ein „Wegducken“ zu bescheinigen, zerstört die gute Absicht, ist unaufrichtig und im politischen Wettstreit unwürdig – ja ich schäme mich für meine Partei.

Ich habe mich bewusst entschieden, aktiv politisch zu agieren und bin der Partei beigetreten. Mit Bedauern muss ich jedoch feststellen, dass dieser ständige „Duktus der Brunnenvergiftung“ in den meisten Pressemitteilungen meiner Partei obsiegt. Ob nun gegen die politischen Mitbewerber oder in die Partei hinein, das Verteilen unangebrachter Ohrfeigen hat Methode. Dass der Vorstand Profilierung auf Kosten Anderer sucht und nicht durch substanzielle, politische Arbeit überzeugt, ist bedauerlich. Verantwortungsvolles Handeln in der heutigen Zeit überzeugt Wähler, nicht Verbalattacken und Jahrmarktschreierei. Dem Vorstand fehlt in diesen schwierigen Zeiten die Fähigkeit, politische Mitbewerber einzubinden und gleichzeitig der politische Taktgeber zu sein.

Der Parteivorsitzende Markus Pütz erkennt nicht, dass sich kurz vor der Wahl eine Phalanx der anderen Parteien gegen die CDU bildet und sich die CDU ins Abseits manövriert.
Koalitionsfähigkeit sieht anders aus, von einem Wahlsieg ganz zu schweigen.

Auch die fehlgeschlagene Zusammenführung von Partei und Fraktion, die sich der Parteivorsitzende immer wieder auf die Fahnen geschrieben hat, ist kläglich gescheitert. Hier liegt aus meiner Sicht die wichtigste Führungsaufgabe des Parteivorsitzenden. Ich freue mich auf die Mitgliederversammlung und die Aussprache mit offenem Visier - die überschaubare Bilanz des in zweiter Periode agierenden Parteivorstands wird die Mitglieder kaum überzeugen können.

 

2019 07 22 L4 Werbung RheinKlick