600 900 anderes AF Merchant Judith 2019H 04Die Bonner Autorin Judith Merchant im Interview zu ihrem Psychothriller „Atme!“
um den es am Freitag, 8. November beim zweiten Abend der 3. Rheinbacher Krimiwoche geht.

Eine Frau sucht ihren verschwundenen Geliebten - ausgerechnet mit seiner Exfrau ... Sie haben vor Kurzem erwähnt, dass Sie auf Umwegen auf diesen doch eher ungewöhnlichen Plot gekommen sind.

M: Ja, das stimmt und war bei beinahe alle meine Ideen so. Hitchcock hat ja mal gesagt, dass er gern einen Thriller drehen würde, der in einer Telefonzelle spielt. Das konnte ich vom technischen Anspruch her immer gut verstehen - ich selbst mag Kammerspiele und wollte diesmal etwas schreiben, was ganz reduziert ist. Zuerst hatte ich eine Ehegeschichte im Sinn, aber dann dachte ich: Viel spannender als das wären doch zwei Frauen, die gezwungenermaßen gemeinsam einen Mann suchen - nämlich seine Frau und seine Geliebte. Und das war der Ausgangspunkt.
 
Grundsätzlich gefragt: Was ist der Unterschied zwischen einem klassischen Kriminalroman und einem Psychothriller wie „Atme!“?
Viele Leute denken, Thriller hieße einfach nur "spannender als Krimi", aber das ist falsch. Der AUfbau ist komplett verschieden. Ein Krimi beginnt mit einer Leiche, neben der ein Kommissar steht und fragt: "Wer war es?" Dann werden verschiedene Verdächtige gezeicht, und die Vorgeschichte zum Mord wird puzzleweise zusammengesetzt. Im Thriller steht eine Figur im Zentrum, der übel mitgespielt wird - und sie muss herausfinden, weswegen udn von wem. Bei psychologischen Thrillern geht es dann weniger um viel Geballer und Geknalle als darum, wem die Figur trauen kann. Das Ganze muss einerseits undurchschaubar scheinen, andererseits dann aber psychologisch überzeugend aufgelöst werden. Das ist beim Schreiben ein ziemlicher Eiertanz...

Mit "Atme!" stehen Sie seit Erscheinen auf der Bestsellerliste, die Filmrechte wurden bereits verkauft. Was ist der Grund dafür, dass dieser Roman so viel erfolgreicher ist als die Vorgänger?
Das wüsste ich auch gern! Dann würde ich damit in Serie gehen. Nein, ich kann es nichr erklären. Die Geschichte ist einerseits simpler als meine anderen Romane, andererseits habe ich mir extrem viel Zeit gelassen. Vielleicht liegt es daran?
 
Es heißt, dass Sie in einer Schreibkrise während der Germanistik-Doktorarbeit mit dem Schreiben von ersten Kurzgeschichten begonnen haben. Sind Sie tatsächlich auf diese Weise zur Krimiautorin geworden?
Ja, das war ganz genau so! Und ich kann verraten, dass Krimischreiben viel spannender ist als Doktorarbeitschreiben...
 
Den Titel „Atme!“ könnte man auch als Aufforderung an den Leser verstehen,
schreibt treffend Kritikerin Christiane Westermann. Aber war das von Ihnen tatsächlich mitgemeint?
Der Titel stammt vom Verlag und ich finde ihn wunderbar, weil er auf ganz vielen Ebenen passt. Ich selbst hatte einen ganz anderen im Sinn und bin froh, dass die mich davon abgebracht haben! Anfangs hatte ich allerdings befürchtet, dass die Leute denken, ich hätte ein Yoga-Buch geschrieben. Aber bei dem Cover ist zum Glück niemand auf diese Idee gekommen.

 

Der Rheinbacher Krimiutor Paul Schaffrath moderiert den zweiten Abend der Krimiwoche.Ob er Merchant ins Kreuzverhör nehmen wird wie Schaffraths Ermittler Krüger seine Verdächtigen? Dies können Sie selbst am Freitagabend herausfinden

Judith Merchant „Atme!“, Freitag, 8.November 19.00 Uhr, Aula des Erzb. St. Joseph Gymnasium, Stadtpark 31 (Zufahrt über die Straße „Zur Lurheck)
Eintritt: 15 €, Karten im Vorverkauf bei Buchhandlung Kayser, Hauptstraße 28, Rheinbach sowie an allen Bonnticket-Vorverkausstellen und online.
Donnerstag, 7. November, dem Blue Shopping-Tag, gilt für alle Interessierten, die in der Buchhandlung Kayser eine Karte für „Atme!“ sowie für den Abschlussabend der Krimiwoche mit Jutta Wilbertz am Samstag kaufen wollen, der Sonderpreis von 10 €/Karte.

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