FiEH HLW 1Hätten Sie’s gewusst? – Keine Angst vor Reanimation!
Presseserie der Johanniter informiert zu den wichtigsten Sofortmaßnahmen

Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen n Nach einem Unfall ist schnelles Handeln gefragt. Doch viele Menschen sind unsicher und haben große Angst, etwas falsch zu machen. Das kann fatale Folgen haben, bis hin zum passiven Abwarten in einer Situation, die über Leben und Tod entscheiden kann.

 

In der Presseserie „Hätten Sie’s gewusst?“ klären die Johanniter die wichtigsten Fragen, die sich beim Thema Erste Hilfe stellen. Die Hinweise können keinen Erste-Hilfe-Kurs ersetzen, sondern vielmehr eine Motivation sein, die entsprechenden Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen.

Diesmal: Reanimation – Bei einem Herzstillstand zählt jede Sekunde: Wird sofort eine Herzdruckmassage durchgeführt, kann in bis zu 50 Prozent der Fälle der Kreislauf wieder in Gang gebracht werden. Wird hingegen nicht innerhalb von fünf Minuten gehandelt, ist ein Überleben unwahrscheinlich. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist es daher not-wendig, dass Ersthelfer Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen.

Was ist zu tun, wenn eine Person bewusstlos ist und keine Atmung hat?

Rufen Sie den Notruf 112 oder bitten Sie eine andere Person darum. Starten Sie dann sofort eine Herzdruckmassage: „Drücken Sie fest und schnell – etwa 120 Mal pro Minuten mindestenfünf Zentimeter tief in die Mitte des Brustkorbs. Wer entsprechend geübt ist, sollte den Bewusstlosen zudem beatmen: Auf 30 Kompressionen folgen zwei Beatmungen“, erklärt Frank Sandkühler, Fachbereichsleiter Erster-Hilfe-Ausbildung bei den Johannitern. Wer sich dies nicht zutraut, sollte unbedingt die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung durchführen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Hilft es wirklich, nur die Herzdruckmassage auszuüben – ohne Beatmung?

Ja. Bei einem plötzlichen Herzstillstand eines Erwachsenen befindet sich noch für einige Minuten ausreichend Sauerstoff im Blut. Steht das Herz still, gelangt dieser jedoch nicht zum Gehirn. Deshalb ist eine wirksame Herzdruckmassage so wichtig.

Warum sollte ich nicht erst nach dem Puls suchen, ehe ich reanimiere?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass das Tasten nach dem Puls wertvolle Zeit kostet. Den Puls bei einer bewusstlosen Person zu beurteilen ist auch für geübte Helfer nicht leicht. Bemerken Sie keine normale Atmung, wird das Herz früher oder später nicht mehr pumpen.

Was ist, wenn doch kein Herzstillstand vorliegt – schadet die Herzdruckmassage dann?

Nein. Der Betroffene kommt dann in der Regel wieder zu Bewusstsein.

Kann ich den Betroffenen bei der Herzdruckmassage verletzen?

„Bei einer korrekt durchgeführten Herzdruckmassage kann es zu Verletzungen am Brustkorb kommen. In einer Notfallsituation wie Herz-Kreislauf-Stillstand ist dies jedoch das kleinere Übel. Hier gilt Leben vor Verletzung“, so der Erste-Hilfe-Experte Frank Sandkühler.

Und, hätten Sie’s gewusst? Die Johanniter raten, das Praxiswissen regelmäßig mit einem Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen, am besten alle zwei Jahre. Infos und Buchung unter:

Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen, Telefon: 02241 234230 oder 0228 9628628 oder unter: www.johanniter.de/index.php?id=45039

Wer sich online auf dem Laufenden halten will, kann das Serviceangebot der Johanniter nutzen: Über den Link www.johanniter.de/kurse/erste-hilfe-kurse/tipps-zur-ersten-hilfe stehen zum Beispiel kostenlose Podcasts zur Ersten Hilfe bereit.

Bildquelle: JUH

 

2019 07 22 L4 Werbung Rhein