Den Komponisten Friedrich Hollaender hat die Pianistin und Sängerin Valerie Barth besonders ins Herz geschlossenLeidenschaft für Hollaender

Pianistin und Sängerin Valerie Barth von den „Netten Koketten“ kam zu einer Probe nach Rheinbach in die Galerie Alexandra B. und weckte bei der Gastgeberin und dem Veranstalter Rheinbach Liest Vorfreude auf das Konzert am 2. November, „Eine kleine Sehnsucht“, mit Schlagern und Chansons der 20er Jahre.


Ein solches Konzertereignis, zumal es sich um eine Premiere handelt, will sorgfältig vorbereitet sein. Wie ist die Raumakustik? Wie spielt sich das Klavier? Wohin im Raum kann sich Bühnenpartnerin Charlotte Welling im Raum bewegen? Und wo kann ihr Kleiderwechsel stattfinden?

Die 27-jährige Valerie Barth, Nachwuchsmusikerin aus Köln, sprüht vor Tatendrang. Direkt nach der herzlichen Begrüßung durch die Gastgeberin Alexandra Brandt greift sie in die Tasten und lässt ihre Hände behutsam über das Jugendstil-Klavier in der Galerie laufen. Die Töne perlen zur vollen Zufriedenheit der Pianistin. Ihr herrlicher Mezzosophran erfüllt den Raum: „Mein Tag ist grau, dein Tag ist grau, lass uns zusammen gehen…“ Ein Punkt kann schnell abgehakt werden: Diese Stimme benötigt kein Mikrophon. Das würde auch nur stören, denn Bühnenpartnerin Charlotte will ja, wie einst Marlene Dietrich im „Blauen Engel“, den Raum erobern.

Anschließend nimmt Valerie Barth auf dem roten Plüschsofa Platz. Gemeinsam mit Alexandra Brandt und Gerd Engel von Rheinbach Liest wird festgelegt: „Das schöne Möbel muss unbedingt auf der Bühne bleiben. So ein Hingucker!“ Im Gespräch sprudelt die Absolventin der Hochschule für Musik und Tanz in Köln über. Man spürt, dass die Musik der goldenen 20er Jahre ihr Thema ist. Besonders Friedrich Hollaender hat es der Künstlerin angetan.

Dieser Friedrich Hollaender: Nicht nur das Lied „Eine kleine Sehnsucht“, das dem Programm seinen Namen gibt, stammt von dem 1933 aus Deutschland emigrierten Hochbegabten. Unzählige Schlager und Chansons hat er komponiert, Musicals und Filmusiken. Am bekanntesten dürften die Lieder aus dem Film „Der blaue Engel“ sein: „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ stammen aus Hollaenders Feder. Die Zeit vor der Machtergreifung durch die Nazis waren seine goldenen Jahre. Aber auch in Hollywood und nach seiner Rückkehr 1955 war der kleine Herzensbrecher noch produktiv, bis er am Ende fast in Vergessenheit geriet. Bei seiner Beerdigung 1976 in München folgten 10 Personen seinem Sarg.

Seine erste Tochter Philine hat später Georg Kreisler geheiratet. Auch Lieder des subversiven Schwiegersohns werden „Die netten Koketten“ am 2. November singen. Und Gedichte vortragen von Ringelnatz, von Tucholsky, die sich ebenfalls in der kreativen Szene Berlins herumtrieben zwischen Kabarett und Tingel-Tangel, wie Hollaender sein eigenes Theater nannte! Kurt Tucholsky schrieb nicht nur Essays, Satireprogramme und Gedichte, sondern gerne auch Liedtexte, die von Holländer dann zu Liedern gemacht wurden, wie zum Beispiel „Ach, lege dein Wange“.

Nach dem Besuch von Valerie Barth in der Galerie steht für RL-Vize Gerd Engel fest: „Wehmut, Witz und eine Prise Frivolität: Auf dieses Programm können sich alle Musik- und Literaturfreunde freuen. Der Eintritt ist frei. Wir bitten aber um eine Spende in den Zylinderhut.“ Der Reinerlös der etwa 90-minütigen Veranstaltung (inkl. Pause) ist für die Leseförderung von Rheinbach Liest bestimmt.

Anmeldungen zu „Eine kleine Sehnsucht“ mit den „Netten Koketten“ unter der Emailadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, der Telefonnummer 02226 – 9001196 oder direkt in der Galerie in der Weiherstraße 10c am Altstadtplatz.

Den Komponisten Friedrich Hollaender hat die Pianistin und Sängerin Valerie Barth besonders ins Herz geschlossen

Zwei die für die Schlager und Chansons der 20er Jahre brennen Gastgeberin Alexandra Brandt und Valerie Barth im Gespräch

Zwei, die für die Schlager und Chansons der 20er Jahre brennen Gastgeberin Alexandra Brandt und Valerie Barth im Gespräch

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