GruppenaufnahmeRheinbacher auf dem Meeresgrund

Rheinbach. Unter der bewährten und heuer alleinigen Leitung von Karin Salewski machte sich eine größere Gruppe Tennissportler in Fahrgemeinschaften auf den Weg nach Bad Münstereifel zur traditionellen Winterwanderung des Tennisklubs am Stadtwald.

Start- und Endpunkt der Exkursion war die Steinsmühle bei Bad Münstereifel, geologisches Zwischenziel das Korallenriff bei Iversheim und kultureller Höhepunkt die St. Laurentiuskirche zu Iversheim.

Auf dem Jacobspilgerpfad
Nach kurzer Einweisung an der Steinsmühle folgten die knapp dreißig Wanderer dem zunächst von eifeltypischen Fichten umsäumten Jakobspilgerweg durch das malerische Kornbachtal am nördlichen Rand des Giersberges.
Nach einer kleinen Rast mit Stärkung weitete sich der Blick auf die uralten Eifeldörfer Iversheim und Arloff, und am Waldrand entlang und dann durch die Felder bog man kurz vor Arloff nach Südwesten ab in Richtung Iversheim.

Am Korallenriff
Am Südrand von Iversheim, einem kleinen Eifeldorf mit vielen malerischen Fachwerkhofanlagen, das bereits im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde, legte die Gruppe einen Halt an einer „Böschung“ ein. Karin Salewski erläuterte den erstaunten Teilnehmern, dass es sich hierbei um ein Korallenriff handele. Und dass man eigentlich auf dem Grunde eines Meeres stehen würde, in dem vor rund 360 Millionen Jahren Korallen wuchsen, die später zu Kalkablagerungen geführt hätten. Und hier befinde man sich in einem Teil der Sötener Kalkmulde. Und auch die Römer hätten das gewusst und bis in das 3. Jahrhundert n. Chr. ganz in der Nähe eine Kalkbrennerei mit sechs Kalköfen betrieben, um den zum Bauen von Häusern und Straßen notwendigen Kalk zu brennen.

Das schreibende Jesuskind
Nun ging es weiter, wieder auf dem Jacobspilgerweg, zur Iversheimer Kirche St. Laurentius, die, wie Karin Salewski erläuterte, einem römischen Märtyrer gewidmet ist, der im 3. Jahrhundert n. Chr. den Märtyrertod erlitt.
Die spätklassizistische Kirche St. Laurentius liegt am Ufer der Erft, die zu Zeiten der Römer schiffbar war, und auf der u.a der gebrannte Kalk bis zum Rhein und auch weiter transportiert wurde.
Die hohen Ufermauern der Erft lassen erahnen, dass der träge dahinfließende Fluss bei starken Regenfällen und Schneeschmelze seinen Charakter durchaus verändern kann. Und deshalb kann man auch verstehen, dass ein unterwegs aufgestellter Bildstock der heiligen Susanna gewidmet war, einer gleichfalls römischen Märtyrerin, die als Patronin gegen u.a. Regen und Unglück verehrt wird.
Bemerkenswert ist aber, dass sich im Inneren der Kirche eine Madonnenstatue mit dem seltenen Motiv eines schreibenden Jesuskindes aus dem 15. Jahrhundert befindet, das wohl so, ohne biblischen Hintergrund, auf dessen göttliche Weisheit hinweist.

Schlusseinkehr in der Steinsmühle
Bei der Schlusseinkehr nach mehr als dreistündiger Wanderung in der Steinsmühle bedankte sich der 2. Vorsitzende des Tk am Stadtwald, Klaus Deselaers, im Namen aller Teilnehmer bei Karin Salewski für diese sorgfältig geplante, lehrreiche Exkursion. Am Beifall war dabei zu spüren, dass alle Tennissportler hoffen, dass auch die nächste Wanderung wieder von dieser bewährten Wanderführerin und ihrem dann wieder gesundeten Ehemann Jörg organisiert und so liebevoll ausgestaltet wird.

Korallenriff

Geologische Informationen am Korallenriff bei Iversheim

VorstandWanderführerinKleine Rast: Wolf-Ullrich Scherhag (1. Vors.), Wanderführerin Karin Salewski und Klaus Deselaers (2. Vors.) (v.l.)

St. LaurentiusGeologische Informationen am Korallenriff bei Iversheim

Kaiserwetter bei Winterwanderung in den Frühling

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