vorlesen 01„Hamster Billy“ und die „Murksler“ erobern die LESEWIESE

Beim Start der Vorlesezeit auf der LESEWIESE von RHEINBACH LIEST im Freizeitpark gibt es großen Zulauf. Immer um 17:00 Uhr wird vorgelesen – bei jedem Wetter.

Gabriele Funke, Mitarbeiterin der Öffentlichen Bücherei St. Martin, ist eine erfahrene Vorleserin. 

Mehr als zwanzig Kinder haben es sich vor ihr auf den Sitzsäcken und mitgebrachten Picknickdecken gemütlich gemacht, als sie den tapferen Hamster Billy aus der Bilderbuchserie von Catharina Valckx vorstellt. „Billy ist immer ein sicherer Treffer bei den Bibfit-Kursen für die Kindergartenkinder“, sagt sie. Und auch heute hören die drei bis sechsjährigen Kinder gespannt zu.

vorlesen 03Etwas abseits auf dem Hügel, von dem aus man einen Blick über das herrliche Areal des Minigolf-Platzes hat, der für rund sieben Monate die Heimat der LESEWIESE von RHEINBACH LIEST ist, hat es sich ein anderer Vorleser gemütlich gemacht. Karl Hempel, der ehemalige Leiter der VHS-Musikschule Voreifel ist ebenfalls Mitglied beim Verein für die Förderung der Lesekultur in der Glasstadt. Er hat die zehn etwas älteren Kinder vor sich und liest ihnen Sylvia Heinleins „Die Murksler“ vor. Eigentlich war er nur gekommen, um sich die Situation auf der LESEWIESE anzusehen und sich auf seinen Einsatz beim Folgetag vorzubereiten. Doch wegen des großen Andrangs springt er ebenso spontan wie souverän bei der kurzerhand gebildeten Lesegruppe 6+ ein. Josip, der älteste seiner Zuhörer, ist 10 und hat genau wie alle anderen großen Spaß an den Murkslern, die dem Drittklässler Sammy den Turnbeutel verstecken (der Grammler), seine Hefte verknicken (der Knitterfax) oder für Flecken auf dem T-Shirt sorgen (der Spuckmutz).

„Für mich ist das Vorlesen ein großes Vergnügen“, so Hempel. „Es ist faszinierend zu sehen, wie Kinder sich hier unter freiem Himmel auf eine Geschichte einlassen und alles um sich herum vergessen können.“

Nach dem Vorlesen gibt es die Verlosung der Eisgutscheine, die das Café Park Plätzchen an jedem Tag stiftet. Für alle anderen hat der ehemalige Buchhändler Andreas John am Premierentag in der Buchhandlung Kayser ein Pixi-Buch verpacken lassen. „Das ist auch noch da, wenn das Eis längst aufgeschleckt ist“, wirbt der 2. Vorsitzende von Rheinbach liest e.V., Gerd Engel, für den „Trostpreis“. Bis zum 27. August werde nun jeden Tag um 17 Uhr für etwa ein halbe Stunde vorgelesen, bei jedem Wetter. „Bei Regen gehen wir unter das Terrassendach des Cafés oder sogar nach drinnen.“

Familie Klauter ist mit Nele (5) und Jano (8) aus Bad Münstereifel gekommen, nicht untypisch, denn der Rheinbacher Freizeitpark ist mit seiner hohen Aufenthaltsqualität ein beliebter Anziehungspunkt in der Region Köln-Bonn-Südeifel. „Das Vorlesen war das I-Tüpfelchen auf einem wunderbaren Tag hier in Rheinbach“, so Vater Peter Klauter. Er findet die LESEWIESE „den Hammer“.

vorlesen 05Das Projekt der stationären LESEWIESE, die es bereits im dritten Jahr an diesem Ort gibt, ist deutschlandweit einzigartig. Dabei braucht es gar nicht viel. Fünf wetterfeste Hängematten, zwölf Sitzsäcke und regenfeste Bücherkisten für alle Altersgruppen, dazu die soziale Kontrolle des Park-Plätzchen-Teams und seiner Besucher. „Natürlich müssen wir trotzdem regelmäßig nach dem Rechten sehen“, so Engel. „Insbesondere die Deckel unserer Kisten werden manchmal nicht mit der nötigen Achtsamkeit behandelt und müssen dann schnell ausgetauscht werden, damit die Bücher trocken bleiben.“ Die Bücher stammen übrigens aus Sammlungen, die RHEINBACH LIEST regelmäßig durchführt. Alles andere wird mit Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.

Josip will am nächsten Tag wiederkommen. Er lese eigentlich selbst gar nicht so gerne, aber „zuhören ist toll“. Und genau das ist die Hoffnung, die Gerd Engel mit der LESEWIESE verknüpft: „Für Familien ganz unkompliziert ein positives Erlebnis mit Büchern schaffen und vielleicht damit einen Impuls für das häusliche Vorlesen geben.“

Informationen zur LESEWIESE und den Verein RHEINBACH LIEST unter rheinbach-liest.de

 

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