tag der lehre 2020 lehrpreis an ianiorodahm und reith foto eva tritschler 0225 001Ausgezeichnet! Lehrprojekte mit Studierenden als Coaches

Zum fünften Mal verlieh gestern (Donnerstag, 1. Oktober 2020) die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) ihren Lehrpreis. Er wurde geteilt, um gleich zwei Lehrende auszuzeichnen, die ihre Studierenden darin befähigen, andere Studierende zu coachen.

Dies zahlt sich laut Jury für beide Seiten aus, denn Coach und Coachee lernen gleichermaßen dabei. Die Übertragbarkeit dieser Lehridee zeigt sich darin, so die Jury weiter, dass die ausgezeichneten Projekte unterschiedliche Fachinhalte vermitteln. Die diesjährigen Preisträger sind Prof. Dr. Patrizia Ianiro-Dahm und Prof. Dr. Dirk Reith.

Professorin Patrizia Ianiro-Dahm erhält den Lehrpreis für das Projekt "Diversität fördern: Systemisches Peer-Coaching für internationale Studierende" oder kurz "coSTARK". Dabei werden Masterstudierende der Wirtschaftspsychologie als Karriere-Coaches für ihre ausländischen Kommilitoninnen und Kommilitonen ausgebildet. Das kultursensitive Peer-Coaching unterstützt sie dabei, sich zu integrieren und berufliche Ziele zu verwirklichen. Gleichzeitig entwickeln die zu Peer-Coaches ausgebildeten Studierenden Sensibilität für Diversität. Insgesamt wird ein kultursensitives Miteinander an der Hochschule gefördert.

Unter Peer Coaching versteht man eine kollegiale Beratung auf Augenhöhe, die auf Vertrauen basiert. Es geht um die Eröffnung neuer Perspektiven und eine selbst verantwortete Entwicklung.

Für seine Lehre im Wettbewerbsprojekt "Formula Student", das außerhalb des regulären Studienverlaufs stattfindet und an dem Studierende aller Studiengänge mitmachen können, erhält Professor Dirk Reith den Lehrpreis. Wesentliches Element ist, dass die Studierenden als Experten im Rennwagenbau sich gegenseitig ihr Expertenwissen vermitteln - die Erfahrenen den Neueinsteigern - in Form einer "Race Academy", deren Aufbau von Reith moderiert wurde. Neben dieser zielgerichteten Gestaltung des Wissenstransfers ist die Schaffung einer formellen Anerkennung von extra-curricularen Lerninhalten sowohl auf fachlichen wie überfachlichen Themenfeldern ein großes Verdienst von Dirk Reith, das den Erfolg des Projekts sicherstellt.

Das Konzept beider Lehransätze, nämlich problembasiertes, projektorientiertes Lehren und Lernen ist auf andere Bereiche sehr gut übertragbar. Die Jury überzeugte bei beiden Einreichungen ihr Bezug zu realen Aufgabenstellungen, die Studierenden auch im späteren Berufsleben begegnen können. Studierende erhalten dadurch eine sogenannte Selbstwirksamkeitserfahrung, die mögliche Studienzweifel aufheben kann.

Zum diesjährigen Lehrpreis

Insgesamt dreizehn Beiträge wurden für den Lehrpreis eingereicht. "Wir haben sowohl ganz aktuelle Beiträge, die Vorgehensweisen aus dem Corona-Sommersemester beschreiben, als auch Projekte, die bereits mehrfach durchgeführt wurden. Hier hatten die Lehrenden bereits Evaluationsergebnisse von Studierenden vorliegen und ihre Lehridee reflektiert", berichtet Jurymitglied und Vizepräsidentin Iris Groß.

Dotiert ist der Lehrpreis mit insgesamt 6000 Euro, die Preisverleihung an Patrizia Ianiro-Dahm und Dirk Reith fand am Mittwoch, 1. Oktober 2020, am "Tag der Lehre" statt. Bereits zum fünften Mal fand an der H-BRS diese Veranstaltung statt, bei der die Lehrenden der Hochschule ihre Projekte und Vorgehensweise für die Hochschullehre austauschen. Das diesjährige Motto "Wo wir sind, ist vorne! - Machen wir das Richtige?" regt insbesondere zur Reflexion an. Wegen der Corona-Einschränkungen fand die Veranstaltung dieses Jahr online statt.

Alle Einreichungen (zwei liefen außer Konkurrenz):
https://www.youtube.com/playlist?list=PLxS6HPTIpkvVIGxs_OO-XE2pdjDT8tpDM

 

Das Foto zeigt Vizepräsidentin Iris Groß mit Gratulator: Verleihung des Lehrpreises an Patrizia Ianiro-Dahm und Dirk Reith. Dahinter stehen Hochschulpräsident Hartmut Ihne (li) und Marco Winzker, Direktor des Zentrums für Innovation und Entwicklung in der Lehre. Foto: Eva Tritschler