Rückblick und Ausblick Pressekonferenz am SGR Presse SpitUnterricht in Videokonferenzen, Abiturfeier im Autokino
Städtisches Gymnasium Rheinbach geht innovative Wege und verlässt sich auf seine Kultur des Miteinanders

„Wir haben Freitag, den 13.“, stöhnt Lea vor ihrer Klassenarbeit im Fach Deutsch, „das ist bestimmt mein Unglückstag.“ Noch weiß die Schülerin des SGR nicht, dass die befürchtete schlechte Note ausbleiben wird.

Anderseits erfahren sie und alle Schüler*innen des Städtischen Gymnasiums Rheinbach und ihre Lehrer, dass alle Schulen am Ende des Vormittags wegen Corona schließen müssen.

„In Anbetracht der Schulschließung haben wir sehr schnell mit der Elternschaft zusammengearbeitet“, berichtet Schulleiter Stefan Schwarzer. „Wir haben die Schüler mit Wochenplänen versorgt, so dass sie weiter lernen konnten. Zunehmend kam dann Online-Unterricht dazu. Hierfür standen 300 Schüler-Ipads zur Entleihung zur Verfügung.“ In Videokonferenzen wurde den Schüler*innen z.B. der Lösungsweg für Mathematikaufgaben erklärt, in digitalen Gruppen konnten die Schüler*innen über von der Lehrkraft gestellte Fragestellungen diskutieren. „Durch den Online-Unterricht sind wir Eltern sehr gut entlastet worden“, urteilt Prof. Dr. Stefanie Greubel, Vertreterin der Schulpflegschaft, die auch die wöchentlichen Corona-Mails der Schulleitung lobt. „Für alle stellte der Alltag ja eine große Herausforderung dar. Und dann kam die schrittweise Schulöffnung, was für unsere Kinder bedeutete, wieder eine ganz Woche in die Schule gehen zu dürfen, dann aber wieder eine Woche zu Hause im Distanzlernen zu verbringen. Das war ein guter Weg, der von den Gremien um die Schulleitung des SGR und dem Vorstand der Elternpflegschaft eingeschlagen worden ist, da so zumindest die Hälfte der gesamten Schülerschaft der Schule bzw. einer jeden Klasse pro Woche in der Schule ist.“ Während dieser schwierigen Zeit arbeiteten die Schulleitung mit der erweiterten Schulleitung, der Elternschaft, dem Krisenteam der Schule und dem Gefahrenbeauftragten zusammen, um alle Fragen der Schulöffnung zu diskutieren und zu klären. Handreichungen für verschiedene Situationen sicherten ein verbindliches und einheitliches Handeln der Lehrkräfte.

Der Unterricht gestaltet sich auch nach der schrittweisen Öffnung nicht wie gewohnt. Gemeinsame Teamarbeit, bei der in gewohnter Manier alle Köpfe dicht an dicht gemeinsam arbeiten, gibt es zurzeit nicht. „Die Schüler, die im Distanzunterricht sind, sei es z.B. weil sie einer Risikogruppe angehören oder leicht erkältet sind, werden per Videokontakt zur Klassengemeinschaft dazugeschaltet. Dasselbe gilt für die Schüler, die der halben Klasse angehören, die gerade im Distanzunterricht ist“, erläutert Stefan Schwarzer. „Auch durch die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Schulträger gelang es uns, das Schulleben durch die Krise zu manövrieren“, betont der Schulleiter. „Die Stadt Rheinbach hat uns sehr gut unterstützt, reagierte flexibel und hat uns in jeder Phase gut geholfen, diesen Weg zu gehen.“ Gleichzeitig würden insbesondere die Schulleiter der Gymnasien der Region sehr eng zusammenarbeiten, um einen regional einheitlichen Weg zu beschreiten.


Als Ausblick beschrieb der stellvertretende Schulleiter Marcelo Jansen, dass die wichtigen Rituale der Verabschiedung der Abiturientia und des Empfangs neuer Schüler*innen nun auch innovativ geändert werden müssen. So verkündete er, die Abiturfeier der diesjährigen Abiturienten werde am 24. Juni im Autokino in Rheinbach stattfinden. Denkbar wäre, dass beim Drive-In vielleicht der Sekt gereicht werde. Gibt es nun Fotos aller Abiturient*innen auf den Autohauben ihrer Fahrzeuge und die Zeugnisse durchs Autofenster beim Checkout? „Wir werden uns etwas einfallen lassen, denn die traditionelle feierliche Stimmung kommt natürlich im Autokino nicht auf“, sagen die Schulleiter, die gemeinsam mit den neuen Klassenlehrern schon die nächste Generation im Blick haben: Auch wenn das Schulfest abgesagt werden musste, darf der traditionelle Sextaner-Empfang, bei dem jeder zukünftige Fünftklässler traditionsgemäß schon vor den Ferien zum ersten Mal seine Klassenlehrer sieht, natürlich nicht fehlen. Dieser Empfang werde klassenweise im Freizeitpark mit neuen Spielen und der Baumpflanzaktion für jede Klasse stattfinden, versprach Schwarzer.

Foto: (c) Claudia Spittel

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