Foto 3Gesamtschule: Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage

Welch gelungene und berührende Feier! Kaum einer der Zuschauer der Feierstunde anlässlich der Verleihung des Siegels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am 30.Oktober 2019 verließ den Festakt unbeeindruckt.

 

Alle Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen, die Klassensprecherinnen und -sprecher aller übrigen Klassen, viele Lehrerinnen und Lehrer, einige Elternvertreter sowie eine Reihe geladener Gäste wohnten der denkwürdigen Veranstaltung bei. Die wichtigsten Gäste waren natürlich die drei Projekt-Patinnen, die engagierte Rheinbacher Bürgerin Marlies Hoffmann, die Autorin und Radiomoderatorin Angela Krumpen sowie die aus Rheinbach stammende aufstrebende Violinistin Judith Stapf.

Sie konnten ein buntes und interessantes Programm erleben, das die beiden Projekt-Lehrerinnen Frau Beißel und Frau Knips zusammengestellt und mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern eingeübt hatten. Aus der von ihnen organisierten Veranstaltung selber allerdings konnten sie sich dann vollständig heraushalten, denn die Schülerinnen und Schüler des Initiatorenteams (Annika, Lea D., Franziska, Vicky Z., Hendrik und Paul aus der 10.2) führten souverän durch das Programm.

Es begann mit Lesung aus dem Buch „Spiel mir das Lied vom Leben“ von Angela Krumpen, mit der die beteiligten Schülerinnen und Schüler (Johanna, Fabian, Florian und Jordan aus der 10.1, Lea D. aus der 10.2, Kimberly, Johanna und Malte aus der 10.3 sowie Deborah aus der 10.4) unter Leitung von Frau Knips schon im Januar bei der Rheinbacher Gedenkfeier anlässlich der Ausschwitz-Befreiung Anerkennung errungen hatten. Dieses Mal spielte zu Beginn Malte auf seinem Akkordeon zusammen mit Herrn Michels am Klavier die Schindler-Melodie, während Judith Stapf am Schluss noch einmal mit ihrer Violine dieses Stück präsentierte, das sie selbst vor einigen dazu inspiriert hatte, sich mit dem Thema „Antisemitismus“ zu beschäftigen.

Es folgten die Reden der Schulleiterin, Frau Dietrich-Rein und des 2. Stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Rheinbach, Herrn Kerstholt. Beide betonten, wie stolz sie auf das gezeigte Engagement sind. Die Verpflichtung aller, sich für ein gleichberechtigtes Miteinander unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Glauben, sexueller Orientierung oder „ganz profan mit anderer Kleidung“, sei in der heutigen Zeit nicht nur wichtig, sondern unbedingt notwendig.
Dass dieses Thema jetzt schon vielfältig und fächerübergreifend an der Gesamtschule Rheinbach thematisiert wird, zeigte die Power-Präsentation durch die Kunstlehrerin Frau Köpp. Schon vor den Sommerferien hatten jetzige Sechstklässler zusammen mit der Klasse 10.2 Masken zum Thema „Gemeinsam sind wir bunt – gegen Ausgrenzung und Mobbing“ gebastelt und zu Comics zusammengefügt; Judith Stapf untermalte die Präsentation mit passenden Geigen-Improvisationen.

Leidenschaftlich und engagiert trat die Projektpatin Angela Krumpen auf. Sie versprach, die Schülerinnen und Schülern auch zukünftig auf ihrem Weg, sich mutig gegen Ausgrenzung einzusetzen, zu begleiten. „Mut ist ein Muskel, den man trainieren muss, den man aber auch trainieren kann“, ermunterte sie die Zuhörer. Und sie brachte, „wie es sich für eine gute Patin gehört“, auch Patengeschenke mit, so Dokumente, die die Begegnung von Judith mit Jerzy Groß, dem damals letzten in Deutschland überlebenden Schindler-Juden, illustrieren. Außerdem schenkte sie uns noch 30 Exemplare ihres Buches „Spiel mir das Lied vom Leben“, in dem sie diese Begegnung nachgezeichnet hat.
Nabil Charour aus der 7.2 bewies mit seinem Rap „Mensch ist Mensch“, dass das Thema auch jüngere Schülerinnen und Schüler bewegt und alle angeht.

Anschließend wurde Frau Hoffmann von den Schülerinnen und Schülern des Initiatorenteams interviewt und zeigte, dass couragiertes Eintreten für Mitmenschlichkeit und gegen Ausgrenzung keine Frage des Alters ist. Äußerst leidenschaftlich erzählte sie, wie sie sich im Verlaufe ihres Lebens schon immer für diese Werte eingesetzt hat.

Auch Judith Stapf machte uns ein Patengeschenk, natürlich mit ihrer Geige, so wie man das von ihr erwarten konnte. Sie ließ Musik erklingen, die für viele Schülerinnen und Schüler sicherlich ungewohnt war, nämlich ein Stück von Paul Hindemith. Und wie sie in ihrer Einführung schon gesagt hatte, konnte man tatsächlich hören, dass dieser Komponist des frühen 20. Jahrhunderts in seinem Leben viel Mut gebraucht hatte. Ein solch ungewöhnliches Violin-Stück hört man eher selten. Der Applaus zeigte aber, dass Judiths Musik-Auswahl und ihr Können das Publikum begeisterten.

Zum Abschluss der Veranstaltung überreichte Jukka Jokela, der Vertreter der Organisation „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Frau Dietrich Rein die Urkunde für die Schule sowie dem Initiatorenteam die Schilder, die demnächst an beiden Standorten zeigen sollen, dass unsere Gesamtschule diesem größten schulischen Netzwerk Deutschlands angehört. Auch Herr Jokela zeigte sich gerührt und begeistert von dem bisherigen Engagement unserer Schule, das in dem gezeigten Programm so überzeugend zum Ausdruck komme. Genauso zuversichtlich äußerte er sich, was unsere Selbstverpflichtung für die Zukunft angehe.

Und so gilt es nun, dieses Versprechen einzulösen: Lasst uns also den eingeschlagenen Weg weitergehen und die Verpflichtung durch zukünftige Projekte mit Leben füllen. Vor allem aber wollen wir auch im Alltag gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung eintreten!

 

Foto 41

Foto 5

Schule gegen Rassismus Foto 1

2019 07 22 L4 Werbung RheinKlick