VHS und Verein Freundeskreis Römerkanal laden zum Vortrag über „Regionale Eisenverhüttung im Rennofen“ ein.

RHEINBACH Bei Ausgrabungen in unserer Region stoßen Archäologen immer wieder auf Schlackehalden, die in Zusammenhang mit der Eisenverhüttung stehen, wie in Ahrweiler und zuletzt in Nettersheim.

Soweit die Montanarchäologie es nachvollziehen kann, wurde Eisen bzw. Stahl schon vor mehr als 3.500 Jahren im Rennfeuer-Verfahren, d. h. mittels Rennöfen erzeugt. Das Wort Rennofen stammt daher, dass bei der Eisenerzeugung rinnende Schlacke entsteht (rennen = rinnen).

 

Der Referent Andreas Schmickler hat seit 2001 viele Verhüttungsversuche durchgeführt und Rennöfen gebaut. In seinem Vortrag am Donnerstag, den 23.05.2019 wird er um 19.00 Uhr im Ratssaal des Himmeroder Hof, Rheinbach anhand zahlreicher Bilder über den Prozess und die Schwierigkeiten der Erzsuche, der Rekonstruktion eines Rennofens und der Verhüttung berichten.

Die Rennofen-Technologie blieb in Europa bis etwa Ende des 16. Jahrhundert das gebräuchlichste Verfahren zur Herstellung von Eisen, wie es u.a. auch von Agricola in seinem 1556 erschienenen Werk "De re metallica - Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen" detailgetreu beschrieben und gezeichnet wurde. Das Rennfeuerverfahren war bis zum ausgehenden Mittelalter die einzige in Europa bekannte Möglichkeit, verarbeitbares Eisen herzustellen.

Die Gebühr von 8,00 € kann an der Abendkasse bezahlt werden. Eine telefonische Anmeldung unter 02226-921920 ist zur Planung wünschenswert.

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