Foto Schäfer KopieKompetenzteam Bauen und Wohnen der CDU:
Ein Juwel im Rheinland fordert pfiffige Lösungen

Rheinbach. Vor zweieinhalb Jahren gründete die Rheinbacher CDU das „Kompetenzteam Bauen und Wohnen“ mit der Immobiliensachverständigen Stephanie Schäfer an der Spitze. Die ersten Ergebnisse stellte sie jetzt in einer Pressekonferenz vor und forderte dabei „pfiffige Lösungen für die Kernstadt“.


„Rheinbach ist ein Juwel im Rheinland, und das muss auch so bleiben“, erläuterte Schäfer den Standpunkt der CDU. Allerdings führe die Attraktivität der Stadt dazu, dass sie mittlerweile aus allen Nähten platze. „Wir können absolut froh sein, dass wir in einer Zuzugsregion wohnen – 30 Kilometer weiter sieht es schon anders aus.“ Die Einwohnerzahl nehme beständig zu, was einerseits erfreulich sei, aber auf der anderen Seite eine verstärkte Wohnungsbauaktivität erfordere. Laut Planungsgutachten für die Stadt Rheinbach werden in den nächsten 18 Jahren fast 2000 neue Bürger nach Rheinbach ziehen, was wiederum jährlich 64 neue Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 51 neue Wohnungen notwendig mache. Und wenn man in einem Jahr weniger baue, müsse man in den Folgejahren umso mehr nachholen.

Wohnraum für jeden Geldbeutel schaffen

Dabei müsse man darauf achten, Wohnraum für jeden Geldbeutel zu schaffen, denn für jedes Einkommen müsse in Rheinbach guter Wohnraum erschwinglich sein. Zumal man damit auch die bislang ausgewogene Sozialstruktur dauerhaft erhalten könne, ergänzte Kompetenzteam-Koordinator Bernd Beißel. Durch den Neubau von Wohnungen entstehe ein größeres Angebot, und die in letzter Zeit stark steigenden Preise dürften sich stabilisieren, so hofft Schäfer.

Außerdem müssten auch in den Dörfern neue Baugebiete ausgewiesen werden, hier seien die Bodenpreise noch vergleichsweise günstig und erlaubten auch die Nutzung größerer Baugrundstücke. Wenn man so ein Ausbluten der Ortschaften verhindern könne, stärker man damit auch deren Infrastruktur und trage zum Erhalt der Grundschulen, Kindergärten und weiterer Institutionen bei. Wenn man sich dabei auch noch auf die größeren Ortschaften wie Oberdrees, Wormersdorf, Flerzheim und Neukirchen/Merzbach konzentriere, bringe das den besten Effekt.

Über städtische Wohnungsbaugesellschaft nachdenken

Der Stadt kommt dabei die Aufgabe zu, durch eine sinnvolle Gestaltung des Baurechts die Entwicklung aktiv mitzugestalten. So solle Rheinbach städtische Grundstücke für die Bebauung freigegeben und beim Verkauf an Investoren verbindlich festlegen, dass gewisse Teilbereiche für altersgerechtes Wohnen und für geringere Einkommensgruppen vorgehalten werden. In diesem Zusammenhang könne man auch über eine städtische Wohnungsbaugesellschaft nachdenken, was aber wohl letztlich an den fehlenden Finanzen scheitere.

Erforderlich sei es allerdings auch, vor allem in der Kernstadt mit einer Bauverdichtung dem zunehmenden Nachfragedruck entgegenzuwirken. So könne man durch Aufstockungen oder Nutzungsänderungen einiges an zusätzlichen Wohnraum generieren. Die Stadt solle hierzu die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, forderte Schäfer. Das Motto müsse lauten: „Alt in der Stadt werden – jung in die Dörfer gehen und diese erhalten.“ Denn obwohl für die Älteren das Wohnen in der Kernstadt sehr attraktiv sei, fehle es aktuell noch an genügend Angeboten. Und diese Lücke werde in den nächsten Jahren noch größer, mutmaßte Schäfer.

Junge Familien aufs Dorf, Senioren in die Stadt

„Deswegen sind barrierefreie Wohnungen zu bauen und auch Parkmöglichkeiten für Pflege- und Lieferdienste vorzusehen“, forderte die Kompetenzteam-Sprecherin. Der Umzug vom Dorf in die Kernstadt ermögliche es den Senioren, möglichst lange ihr selbstbestimmtes Leben weiterzuführen. Umgekehrt seien junge Familien sehr interessiert daran, den dadurch frei werdenden Wohnraum in den Dörfern zu nutzen: „Junge Familien ziehen in die Wohneinheit, die für die älteren Menschen schlecht zu nutzen oder schlicht zu groß sind.“
Ohnehin sei es das Ziel der CDU, die Attraktivität des Lebens in der Stadt und in den Dörfern aneinander anzugleichen. Dafür seien drei Faktoren ausschlaggebend: mehr Einwohner durch neues Bauland, die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsanbindung und die Schnelligkeit der Internetverbindung. So sollen zusätzlich zum ÖPNV noch individualisierte Fahrmöglichkeiten angeboten werden, um die Verkehrsanbindung in den Dörfern deutlich zu verbessern. Und auch das schnelle Internet werde immer unverzichtbarer und gehören mittlerweile zur Grundausstattung sowohl in der Kernstadt als auch in den Dörfern.

 

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