Baumpflanz 02Kamellebööm“ Oberdrees

Auf Initiative des amtierenden Präsidenten der Karnevalsgesellschaft „Bekömme Dich net drömm“ von 1926 Oberdrees e.V. (KGO) - Ralf Nuß - wurde unter Federführung der Karnevalsgemeinschaft (Zusammenschluss von KGO und Damenkomitee „Goldene Herzen“) unter dem Motto „Mir planze e paar Kamellebööm“ eine Aktion ins Leben gerufen, die Ihres Gleichen sucht.

Die Oberdreeser Jecken sind ja weit über die Dorfgrenzen für Ihren „Karneval made in Oberdrees“ bekannt, haben mit dieser Aktion am 15.Februar 2020 aber einmal mehr die Fasteloovendsjecke überrascht.

Der Auslöser zu dieser Aktion war eigentlich die Idee von Ralf Nuß - vor dem Hintergrund der weltweiten Klimaerwärmung - einen klimaneutralen Karnevalszug zu veranstalten. Dies sollte ursprünglich erreicht werden, indem man als Ausgleich zu den Emissionen die so ein Karnevalszug mit sich bringt eine Kompensation, z.B. durch Anpflanzung von Bäumen, also einen CO2-Ausgleich schafft.

Da aber die zahlreichen großen Prunkwagen, für die Oberdrees ja seit je her bekannt ist, zum Teil auch von „Altertümchen (Oltimer-Traktoren)“ gezogen werden (für die keiner auch nur eine Idee zur Ermittlung des tatsächlichen Schadstoffausstosses hatte), war schnell klar, dass man die Klimaneutralität eigentlich gar nicht nachweisen könnte. Hinzu kam die Situation, dass man sinnvollerweise keine privaten Flächen für die Anpflanzung von Bäumen heranziehen sollte, da man ja wenig Einfluss darauf hat wie lange diese Bäume letztendlich stehen bleiben.

Also boten sich hier in erster Linie städtische Flächen an, die freundlicherweise durch die Vermittlung des Ortsvorstehers und Ratsherrn Kurt Brozio von der Stadt Rheinbach am sogenannten „Liebeswäldchen“ am Ortsrand von Oberdrees zur Verfügung gestellt werden konnten.

Das „Liebeswäldchen“ – so die Überlieferung – war in früheren Zeiten ein Ort, an dem man sich als Frischverliebte treffen konnte ohne den gestrengen Blick der Alten fürchten zu müssen. Leider wurde dieses Kleinod in den letzten Jahren durch einen notwendigen Kahlschlag sehr stark in Mitleidenschaft gezogen,sodass man den Begriff „Wäldchen“ hier eigentlich gar nicht mehr verwenden konnte.

Vor diesem Hintergrund war dann schnell klar, dass man im „Liebeswäldchen“ zumindest einige Bäume neu anpflanzen könnte und beschloss thematisch den Klimaschutz mit dem Rheinischen Karneval zu verbinden. So entstand dann kurzum die „Pflanzaktion Kamellebööm“.

Der Rest ist schnell erzählt: Man fand sehr zügig in den Reihen der Oberdreeser tatkräftige Unterstützer, die der Umsetzung dieser Idee zum Erfolg verhalfen. Es wäre an dieser Stelle sicher schwierig alle Beteiligten namentlich aufzuführen. Einen wesentlichen Beitrag leisteten neben dem Präsidenten der KGO Ralf Nuß als Ideengeber und dem Ratsherrn und Ortsvorsteher Kurt Brozio als Vermittler und „Umsetzungsbeauftragter“, aber auch ortsansässige Geschäftsleute wie die Allianzagentur Rose als Stifter der fünf Obstbäume und das Unternehmen Klaus Dietzler Garten- und Landschaftsgestaltung, das sich völlig unkompliziert um die Baggerarbeiten, Untergrundvorbereitung und letztendlich den Abtransport der überschüssigen Erde gekümmert hat.

Und so stehen sie nun da - die fünf „Kamellebööm“ – wo kurz zuvor noch eine Brachfläche wenig Aufschluss über die historische Bedeutung dieses Fleckchen Erde gab.

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