1 Güler 2Hürden für die Arbeitsmarktintegration weiter abbauen

Das 22. FORUM MIGRATION der Otto Benecke Stiftung e.V. zum Thema „Migration – Ausbildung – Beruf“ im Bonner Post Tower fand großen Anklang.


Renommierte Expertinnen und Experten diskutierten im Bonner Post Tower über die Arbeitsmarktintegration von jungen Zuwanderern. Aus der Sicht von wissenschaftlichen Experten und Praktikern der beruflichen Bildung wurden die Chancen und bürokratischen Blockaden am Übergang Schule-Beruf diskutiert. Über 400 Akteure aus dem Bildungs- und Qualifizierungsbereich, Verantwortliche der Bundes- und Landespolitik, der Kommunen, Arbeitsverwaltung und ehrenamtlich Aktive nahmen an der Veranstaltung teil.

Wichtige wissenschaftliche Impulse für die Debatte kamen u.a. von Prof. Dr. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und von Prof. Dr. Michael Heister vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Die gute Nachricht des Tages war, dass die Arbeitsmarktintegration Geflüchteter besser und schneller gelingt als vielfach angenommen. NRW-Staatssekretärin Serap Güler skizzierte in ihren Vortrag die Herausforderungen und auch die Chancen, vor denen alle drei Ebenen – Bund, Länder, Kommunen – nach der Zuwanderung von 1 Mio. Geflüchteter stehen: „Integrationskurse, Anerkennungsgesetz und Ausbildungsduldung sind wichtige Integrationsbausteine, deren Durchführung noch optimiert werden muss.“ Als ein Bespiel nannte Serap Güler die stärkere Nutzung der Digitalisierung auch für diesem Bereich. Für die neue NRW-Landesregierung sind es vier Bereiche, die integrationspolitisch gestaltet werden müssen: Sprache, Bildung, Arbeit und Wertevermittlung.
Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZHD), Hans Peter Wollseifer, sieht weitere erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten, die das Engagement der Handwerksbetriebe bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit behindern: So würde die sog. „3+2“-Regelung des Integrationsgesetzes von den Ausländerbehörden sehr unterschiedlich gehandhabt, was zur Folge habe, dass Geflüchtete vor Eintritt oder mitten in ihrer Ausbildung abgeschoben würden. Auch für die Durchführung einer Einstiegsqualifizierung brauchten die Betriebe die Sicherheit, dass die Maßnahme in eine Ausbildung und langjährige Beschäftigung münden kann.

Ebenso wie der Präsident des ZDH sprach sich der Geschäftsführende Vorsitzende der Otto Benecke Stiftung e.V., Dr. Lothar Theodor Lemper, klar für die Verabschiedung eines Einwanderungsgesetzes aus, das die Interessen der Zugewanderten und die Belange der deutschen Wirtschaft miteinander verbindet.

Foto-Copyright: Hans-Theo Gerhards

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