Neuer Wohnraum beim Vinzenz Pallotti Kolleg

(Friedberg und Rheinbach) Die Provinzversammlung der deutsch-österreichischen Pallottiner machte im Oktober den Weg frei: Die traditionsreiche Niederlassung der Pallottiner in Rheinbach soll mittelfristig aufgelöst werden. Grund dafür ist die schrumpfende Mitgliederzahl der Gemeinschaft.
Damit werden die von den Pallottinern genutzten

Flächen jetzt endgültig für eine neue Bestimmung frei. Mitte November dieses Jahres wurde mit dem Abbruch der ehemaligen Internatsgebäude und des Jugendheimes begonnen, die seit Jahren leer stehen. Auch das baufällige Einfamilienhaus in der Schützenstraße gehört zur Abbruchmasse.

Nach Aussage von Provinzökonom Pater Rainer Schneiders SAC, stehen die Pallottiner schon seit geraumer Zeit in engem Kontakt mit der Stadt Rheinbach, um gemeinsam die zukünftige Nutzung der Flächen und Gebäude zu überdenken. Die Stadt hat zu diesem Zweck vor einiger Zeit unter Einbeziehung der Bürgerschaft einen Masterplan „Innenstadt Rheinbach“ aufstellen lassen, der bestehende Vorhaben, geplante Maßnahmen und auch Prognosen in einem Planwerk zusammenfügt. Das Pallotti-Areal mit einer Fläche von über 40.000 qm wird darin als „Potentialfläche 1. Priorität" genannt. Aufgrund der positiven Wachstumsprognosen hinsichtlich der Bevölkerungszahl sieht man hier vorrangig den Bedarf an Wohnungsbau.

Deshalb soll mit einem Bebauungsplan die rechtliche Voraussetzung für Wohnungsbau geschaffen werden.

Die Pallottiner werden sich von einem Großteil der Flächen in diesem Baugebiet trennen. Vorgesehen ist der Verkauf an möglichst regionale Bauträger, was auch dem Wunsch der Stadt entspricht. Einen Teil der Flächen werden die Pallottiner nach derzeitigem Planungsstand selbst bebauen und im Bestand behalten. Dadurch können auch zukünftig Pallottiner in Rheinbach wohnen.

Über die verbleibenden Flächen, vor allem über das Kommunitätsgebäude der Pallottiner, die Pallottiner-Kirche sowie die Gebäude des im Moment noch durch das Erzbistum Köln schulisch genutzten Gymnasiums, wird erst zu gegebener Zeit entschieden werden. Nach derzeitigem Stand soll die Marien-Kapelle in jedem Falle auch zukünftig der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Die Pallottiner haben das sog. „Collegium Herrmannianum“ im Jahre 1935 vom Erzbistum Köln erworben und damals als „Hermann-Josef-Kolleg“ weitergeführt. Im Februar und März 1945 wurden rund zwei Drittel der Gebäude zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut. 1962 war der erste Spatenstich zum Neubau des Gymnasiums und zur Errichtung von drei Internatsgebäuden. Seit 1965 trägt das Kolleg den Namen „Vinzenz Pallotti“. 2009 wurde das Internat geschlossen und 2012 die Pfarrei St. Martin an das Erzbistum zurückgegeben. 2016 erfolgte dann die Schließung des Gymnasiums und die Weiternutzung der Räume durch das erzbischöfliche St. Josef Gymnasium.

anzeige rheinbacher

monte mare Bannerbanner kanzlei schleimer 160x250